SAP steht vor einer widersprüchlichen Woche. Einerseits zeigt eine neue Studie, wie zögerlich Unternehmen in der DACH-Region bei KI-Software wirklich sind. Andererseits fließen Milliarden in europäische KI-Infrastruktur — ein Signal, das SAP mittelfristig nutzen könnte.
Der Kurs schloss am Freitag bei 156,40 Euro, ein Tagesplus von 3,67 Prozent. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Minus von über 22 Prozent — und gemessen am 52-Wochen-Hoch von 271,60 Euro hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren.
Digitalisierung stockt — SAPs Kernmarkt kämpft mit sich selbst
Die WHU und PwC haben CFOs in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd. Weniger als die Hälfte der Unternehmen nutzt KI zur automatisierten Datenauswertung. Bei rund 25 Prozent fehlen klare Regeln für den Einsatz großer Sprachmodelle.
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Die Hemmnisse sind klassisch: knappe Budgets, fehlendes Know-how. Für SAP bedeutet das zweierlei. Das Potenzial ist riesig — die Bereitschaft, es zu heben, noch begrenzt.
Softbank pumpt 75 Milliarden Euro nach Frankreich
Aus Paris kommt ein anderes Signal. Softbank hat angekündigt, bis zu 75 Milliarden Euro in KI-Rechenzentren in Frankreich zu investieren. Die erste Phase umfasst 45 Milliarden Euro für 3,1 Gigawatt Kapazität bis 2031 — konzentriert in der Region Hauts-de-France.
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Wächst die KI-Infrastruktur in Europa, steigt der Bedarf an Software, die diese Kapazitäten sinnvoll nutzt. SAP als führender ERP-Anbieter könnte davon profitieren — sofern die Nachfrage aus dem Unternehmenssektor mitzieht.
Klein in Paris, McKinsey im Rücken
Am 3. Juni tritt SAP-Chef Christian Klein bei der BNP Paribas Exane CEO Conference in Paris auf. Investoren erhoffen sich Details zur Vermarktung neuer KI-Agenten innerhalb der SAP-Plattform.
Das McKinsey Global Institute liefert den langfristigen Rahmen: Bis 2030 könnten 59 Prozent der Arbeitsstunden in Deutschland technisch automatisiert werden. Das entspricht einem Produktivitätspotenzial von bis zu 486 Milliarden US-Dollar — vor allem in der Fertigungsindustrie. Integrierte ERP-Systeme stehen dabei im Zentrum. Kleins Auftritt in Paris wird zeigen, wie konkret SAP diesen Anspruch bereits einlösen kann.
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