SAP meldet einen wichtigen Fortschritt für sein Cloud-Geschäft. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erteilte gestern eine neue Einsatzerlaubnis. Ab sofort darf SAP in seinen Rechenzentren in Walldorf und St. Leon-Rot behördliche Verschlusssachen verarbeiten.

Das BSI erlaubt dem Konzern nun, Daten der Stufe „Nur für den Dienstgebrauch“ in der Cloud zu hosten. SAP nutzt dafür ausschließlich sicherheitsüberprüftes Personal. Damit baut der Softwarekonzern sein Angebot für den öffentlichen Sektor und streng regulierte Industrien aus.

Die Freigabe ist ein Zwischenschritt. SAP will die Infrastruktur vollständig nach ISO-Standards zertifizieren lassen. Konkrete Aufträge oder Umsatzprognosen nennt das Management bisher nicht. Die Folge: Der Markt reagiert kühl.

Cloud-Wachstum bleibt entscheidend

Souveräne Cloud-Lösungen sind ein zentraler Baustein für das weitere Wachstum. Im ersten Jahresviertel stiegen die Cloud-Erlöse um 19 Prozent. Der Auftragsbestand kletterte parallel dazu auf knapp 22 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis verbesserte sich um 17 Prozent. Die gesamten Umsätze stiegen um sechs Prozent.

Aktie weiter unter Druck

Am Aktienmarkt verpufft die strategisch positive Nachricht völlig. Die SAP-Aktie verliert heute 3,50 Prozent und rutscht auf 149,82 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 26 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der Abstand zu früheren Höchstständen bleibt enorm. Das Jahreshoch liegt bei 266,25 Euro. Aktuell notiert das Papier fast 44 Prozent tiefer. Auch der langfristige Durchschnittstrend um 188 Euro ist weit außer Reichweite.

Die BSI-Zulassung stärkt die Marktposition im öffentlichen Sektor deutlich. Das Management muss diese strategischen Vorteile nun in konkrete Verträge ummünzen. Erst wenn SAP messbar mehr Cloud-Aufträge gewinnt, dürfte der Verkaufsdruck nachlassen.