SAP steht diese Woche gleich in mehrfacher Hinsicht im Fokus – nicht zuletzt wegen neuer Sicherheitswarnungen. Forscher berichten von aktiven Angriffen auf die SAP Commerce Cloud über die Schwachstelle CVE-2026-58231. Zusätzlich wurde eine kritische Lücke in der SAP-MII-Komponente mit einem CVSS-Score von 9,9 bekannt.
Eine abschließende Stellungnahme des Unternehmens dazu steht noch aus. Erst am 12. August hatte SAP im Rahmen seines regulären Patch Day 28 neue Sicherheitshinweise veröffentlicht, darunter fünf mit der höchsten Priorität „HotNews“. Der nächste Patch Day ist für den 9. September terminiert.
Die Häufung sicherheitsrelevanter Meldungen wirft die Frage auf, wie robust die Cloud-Infrastruktur des Konzerns tatsächlich ist – gerade in einer Phase, in der SAP operativ so stark dasteht wie lange nicht.
Operatives Fundament bleibt intakt
Für das zweite Quartal 2026 hatte SAP einen Umsatz von 9,88 Milliarden Euro ausgewiesen, ein Plus von 9,42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der IFRS-Gewinn je Aktie stieg auf 1,89 Euro nach 1,46 Euro im Vorjahresquartal.
Das Management bekräftigte im Zuge der Zahlen seine Prognose für das operative Ergebnis 2026 auf Non-IFRS-Basis mit 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Die nächste Quartalsmitteilung für das dritte Quartal ist für den 21. Oktober angesetzt.
Regulatorisch hat sich die Lage für SAP zudem entspannt: Das Bundeskartellamt hat seine Voruntersuchung gegen den Konzern beendet, ohne ein förmliches Missbrauchsverfahren einzuleiten. Der Markt wertete dies als spürbare Entlastung.
Kundengeschäft läuft weiter
Auch operativ setzt SAP seine Expansion im Cloud-Geschäft fort. Das niederländische Schiffbauunternehmen Damen Shipyards hat sich für SAP Business AI und die S/4HANA-Plattform entschieden, um im Ersatzteilgeschäft Abläufe und Datenqualität zu verbessern. Solche Referenzen untermauern den zuletzt kräftig gewachsenen Cloud-Auftragsbestand von 22,9 Milliarden Euro, der als wesentlicher Treiber der jüngsten Kurserholung gilt.
Parallel dazu läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter: Zwischen dem 3. und 7. August erwarb SAP rund 2,9 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 169,72 Euro. Damit hat der Konzern im laufenden Jahr bereits etwa 5 Millionen eigene Aktien zurückgekauft.
Kurs hat deutliche Erholung hinter sich
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 184,86 Euro, nach einem Plus von 1,6 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 36 Prozent – getragen von der Kombination aus starken Cloud-Zahlen und der regulatorischen Entlastung durch das Kartellamt. Seit Jahresbeginn steht für das Papier dennoch ein Minus von 12 Prozent zu Buche, ein Hinweis darauf, wie stark der Kurs zuvor unter Druck geraten war.
Berenberg hatte Mitte August sein Kursziel von 215 auf 205 Euro gesenkt, die Einstufung „Kaufen“ jedoch beibehalten. Für Anleger bleibt damit die Gemengelage komplex: robuste operative Zahlen und regulatorische Entlastung stehen wiederkehrenden Sicherheitswarnungen gegenüber, die das Vertrauen in die Cloud-Infrastruktur immer wieder auf die Probe stellen.
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