50.000 eigene Aktien hat SAP innerhalb von fünf Handelstagen zurückgekauft. Zwischen dem 14. und 18. September investierte der Konzern dafür rund 9,28 Millionen Euro. Im Durchschnitt wurden 185,57 Euro je Aktie bezahlt.

Am Freitag schon notierte SAP darunter bei 183,12 Euro, die Aktie verlor 2,60 %. Nun holt SAP am Montag zumindest wieder etwas auf und kommt auf 184,88 Euro. Das entsprach einem Plus von 1,2 %. Immerhin: Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen insgesamt 8.305.886 eigene Aktien erworben. Dennoch ist die Aktie formal im Aufwärtstrend, alle Indikatoren zeigen nach oben. Zudem sind die Kursziele der Analysten extrem positiv.

SAP: Rückkauf nicht entscheidend

Der Rückkauf allein verändert die Investmentgeschichte eines Konzerns dieser Größe kaum. Interessanter ist, dass er mit einem weiterhin hohen Cloud Auftragsbestand zusammenfällt. 22,9 Milliarden Euro stehen dort inzwischen in den Büchern. Diese Verträge schaffen eine Grundlage für künftige Umsätze, bevor neue Aufträge hinzukommen.

Die Gewinnschätzungen spiegeln dieses Wachstum wider. Das KGV wird für 2026 auf 25,9 veranschlagt und soll 2027 auf 22,5 sinken. Beim Unternehmenswert im Verhältnis zum Umsatz erwarten Analysten einen Rückgang von 5,2 auf 4,59.

Berenberg bewertet diese Kombination mit Kaufen und einem Kursziel von 205 Euro. Im Konsens von 28 Analysten liegt das Ziel mit 208,92 Euro etwas höher. Die Spannweite von 160 bis 290 Euro zeigt allerdings, wie unterschiedlich die künftige Wachstumsrate und die angemessene Bewertung eingeschätzt werden.

In diese Diskussion passt auch eine Äußerung von Vorstandschef Christian Klein. Er hält eine um ungefähr 15 % höhere Bewertung für denkbar, wenn SAP ein US-Unternehmen wäre. Einen Wechsel des Unternehmenssitzes kündigte er damit nicht an.

SAP steht deshalb weniger vor einem Nachfrageproblem als vor einer Bewertungsfrage. Der Cloud Auftragsbestand liefert konkrete Visibilität, die Multiplikatoren sinken mit den erwarteten Gewinnen, und der Konzern kauft eigene Aktien. Für höhere Kurse muss aus den 22,9 Milliarden Euro gebuchtem Cloudgeschäft nun der Gewinnanstieg entstehen, auf dem die Schätzungen für 2027 beruhen.