Ein CVSS-Score von 9,9 — das ist nahezu das Maximum auf der Schwachstellen-Skala. SAPs April-Patch-Day hat eine SQL-Injection-Lücke ans Licht gebracht, die Unternehmenskunden weltweit zum sofortigen Handeln zwingt. Und das, während die Aktie gerade erst ein neues 52-Wochen-Tief markiert hat.
Kritischste Lücke betrifft BPC und BW
Die Schwachstelle CVE-2026-27681 steckt im ABAP-Programm von Business Planning and Consolidation sowie Business Warehouse. Ein Nutzer mit niedrigen Berechtigungen kann darüber eine Datei mit beliebigen SQL-Anweisungen hochladen — und diese werden ausgeführt. Datendiebstahl, Berichtsmanipulation, Datenbankkorruption: Das Schadenspotenzial ist erheblich.
SAP schließt die Lücke durch Sicherheitshinweis Nr. 3719353, der den ausführbaren Code im betroffenen Programm vollständig deaktiviert. Als Übergangslösung empfiehlt SAP, das S_GUI-Autorisierungsobjekt für Upload-Rechte zu entziehen — allerdings mit möglichen Nebenwirkungen in anderen Anwendungen. Der direkte Patch ist daher die klare Empfehlung.
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Bekannte aktive Ausnutzung meldet SAP für keine der behobenen Lücken. Das ändert nichts an der Dringlichkeit.
S/4HANA und ERP ebenfalls betroffen
Neben der SQL-Injection-Lücke adressiert SAP mit CVE-2026-34256 eine fehlende Autorisierungsprüfung in SAP ERP und S/4HANA. Angreifer könnten damit ABAP-Programme ausführen und bestehende ausführbare Programme überschreiben — ein potenzieller Einstiegspunkt für manipulierte Geschäftslogik oder eingeschleuste Hintertüren in Kernprozesse.
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Insgesamt umfasst der April-Patch-Day 22 Sicherheitshinweise: ein HotNews-Hinweis, zwei hochprioritäre Hinweise und 16 mittelschwere Patches. Hinzu kommen zwei Code-Injection-Lücken in NetWeaver und Landscape Transformation — formal niedriger eingestuft, historisch aber als Einstiegspunkte für größere Angriffsketten bekannt.
Quartalszahlen am 23. April
Für die Aktie selbst ist der Patch-Day kein unmittelbarer Kurstreiber. Am 10. April fiel das Papier auf 139,12 Euro — ein neues 52-Wochen-Tief. Der nächste relevante Termin ist der 23. April 2026: SAP veröffentlicht dann die Q1-Ergebnisse, geplant für 22:05 Uhr MESZ.
Die Sicherheitsarchitektur bleibt dabei kein rein technisches Thema. Für Unternehmenskunden, die SAPs Cloud-Produkte nutzen oder ausbauen wollen, ist das Vertrauen in die Plattformsicherheit ein handfestes Kaufargument — oder eben ein Gegenargument. Wie stark das Cloud-Wachstum im ersten Quartal tatsächlich ausgefallen ist, zeigt sich in einer Woche.
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