Die 200 Euro bleiben für SAP die entscheidende Hürde. Am Freitag ging es zwar um 0,9 % auf rund 186 Euro nach oben, für den nachhaltigen Sprung über die runde Marke reichte es erneut nicht. Dabei hatte die Aktie in nur drei Monaten bereits mehr als 40 % gewonnen. Analysten trauten dem Kurs noch mehr zu: Ihre durchschnittlichen Ziele lagen oberhalb von 205 Euro und damit gut 10 % über dem Freitagsniveau.

Neue Unternehmensnachrichten kamen zuletzt kaum hinzu. Seit der Vorlage der Quartalszahlen im Sommer hatte sich die Grundlage für die Bewertung jedoch verändert. Vor allem das Cloudgeschäft entwickelte sich stärker als erwartet. SAP meldete dort ein Auftragsvolumen von rund 22 Milliarden Euro.

KI ist auch für die SAP der große aktuelle Treiber

Der nächste Schritt sollte über künstliche Intelligenz kommen. Im Herbst wollte der Konzern rund 400 KI-Agenten bereitstellen. Anders als klassische Chatbots sollten diese Programme selbstständig Aufgaben innerhalb von Unternehmensprozessen übernehmen.

SAP konnte dabei auf die bereits vorhandene Softwarebasis zurückgreifen. Finanzbuchhaltung, Personal, Beschaffung und Logistik liefen bei vielen Konzernen über Systeme aus Walldorf. Die KI-Agenten sollten damit unmittelbar auf Daten zugreifen können, die für konkrete betriebliche Abläufe benötigt wurden.

Mit der stärkeren Automatisierung stiegen zugleich die Anforderungen an die Sicherheit. Sobald Software selbstständig Aktionen ausführte, mussten Zugriffsrechte, Kontrollen und die Protokollierung der einzelnen Schritte entsprechend geregelt werden.

Wirtschaftlich musste SAP vor allem zeigen, dass Kunden für diese zusätzlichen Funktionen bezahlen. Die angekündigten 400 Agenten würden dann nicht nur das Produktangebot erweitern, sondern könnten zusätzliche Erlöse im Cloudgeschäft liefern. Mit dem Start im Herbst wurde erstmals konkreter sichtbar, wie sich die KI-Strategie in zahlende Kundennachfrage übersetzen ließ.