SAP hat den nächsten wichtigen Auftritt vor Investoren vor sich. Nach der Hausmesse Sapphire und mehreren Zukäufen für die Daten- und KI-Strategie richtet sich der Blick nun auf CEO Christian Klein. Der Markt will wissen, wie schnell aus den angekündigten Bausteinen ein belastbares Wachstumsthema wird.
Die Aktie zeigte zuletzt eine kurze Erholung: Am Freitag schloss sie bei 152,10 Euro, auf Wochensicht steht ein Plus von 4,48 Prozent. Das hilft der Stimmung, ändert aber wenig am größeren Bild.
Der Rückstand bleibt deutlich. Seit Jahresanfang liegt die SAP-Aktie 24,70 Prozent im Minus, zum 200-Tage-Durchschnitt fehlen 21,35 Prozent. Der RSI von 86,9 signalisiert nach dem jüngsten Anstieg zudem eine kurzfristig angespannte technische Lage.
Klein tritt in Paris auf
Christian Klein spricht am 3. Juni 2026 auf der BNP Paribas Exane CEO Conference in Paris. Geplant ist ein knapp 40-minütiger Fireside Chat. Nach der Finanzanalystenkonferenz Mitte Mai dürfte das der nächste Anlass sein, bei dem SAP seine Prioritäten schärfer erklären kann.
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Im Zentrum steht weniger die klassische Softwarestory. Es geht um Daten. SAP will seine Business Data Cloud so ausbauen, dass Unternehmen SAP- und Nicht-SAP-Daten leichter zusammenführen können. Genau dort setzt die KI-Strategie an.
Dremio soll die Datenbasis stärken
Der wichtigste Baustein ist die geplante Übernahme von Dremio. Das Unternehmen betreibt eine offene Data-Lakehouse-Plattform und soll SAP helfen, agentische KI auf breiterer Unternehmensdatenbasis nutzbar zu machen.
Der Abschluss der Transaktion ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, vorbehaltlich üblicher Bedingungen und regulatorischer Genehmigungen. Finanzielle Details nannte SAP nicht. Dremio war in einer Finanzierungsrunde 2022 mit 2 Milliarden US-Dollar bewertet worden.
Die Logik hinter dem Deal ist klar: Viele KI-Projekte scheitern nicht an den Modellen, sondern an fragmentierten Daten, proprietären Formaten und fehlendem Geschäftskontext. SAP will genau diese Lücke schließen. Kunden wie Shell, TD Bank und Michelin zeigen, dass Dremio bereits in großen Unternehmensumgebungen eingesetzt wird.
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Prior Labs und Reltio ergänzen den Plan
Dazu kommt Prior Labs. SAP hat angekündigt, das Startup für tabellarische Grundlagenmodelle zu übernehmen und 1,17 Milliarden US-Dollar über vier Jahre in dessen Skalierung zu stecken. Der Abschluss soll im zweiten oder dritten Quartal 2026 erfolgen.
Prior Labs arbeitet an Modellen für strukturierte Geschäftsdaten. SAP nennt als mögliche Anwendungen unter anderem Prognosen zu Zahlungsverzögerungen, Lieferantenrisiken, Upsell-Chancen und Kundenabwanderung.
Auch Reltio passt in dieses Muster. SAP hatte bereits im März die Absicht gemeldet, den Anbieter von Master-Data-Management-Software zu übernehmen. Dieser Deal soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden.
Cloud-Geschäft liefert die Grundlage
Die jüngsten Zahlen geben SAP Rückenwind. Besonders das Cloud-Geschäft bleibt der zentrale Wachstumstreiber, während die KI-Zukäufe die Datenbasis für die nächste Produktgeneration stärken sollen.
- Cloud-Erlöse: plus 19 Prozent, währungsbereinigt plus 27 Prozent
- Cloud-ERP-Suite: plus 23 Prozent, währungsbereinigt plus 30 Prozent
- Gesamtumsatz: plus 6 Prozent, währungsbereinigt plus 12 Prozent
- Operatives Ergebnis Non-IFRS: plus 17 Prozent, währungsbereinigt plus 24 Prozent
- Jahresziel Cloud-Erlöse: 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro
Der nächste feste Prüfstein folgt am 23. Juli mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Bis dahin liegt der Fokus auf Kleins Auftritt in Paris: Dort kann SAP erklären, wie Dremio, Prior Labs und Reltio aus einzelnen Akquisitionen zu einer schlüssigen Datenplattform für Unternehmens-KI werden sollen.
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