SAP treibt die Neuausrichtung auf moderne Daten- und KI-Infrastruktur nach einer Serie von Akquisitionen voran. Nach den Übernahmen des Spezialisten Prior Labs und der Plattform Dremio richtet der Softwarekonzern seine Systemarchitektur gezielt auf agentische Anwendungen aus. Am heutigen Montag notiert die Aktie bei 184,08 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,7 Prozent entspricht.

Fokussierung auf Tabellenmodelle und Datenplattformen

Im Zentrum der jüngsten Zukäufe steht Prior Labs. Für den Entwickler tabellarischer Foundation Models plant SAP in den kommenden vier Jahren Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro. Vorgesehen ist der Ausbau zu einem Labor für strukturierte Geschäftsdaten.

Zuvor schloss der Konzern die Übernahme von Dremio ab. Die Plattform für Data Lakehouses soll als technologische Basis dienen, um komplexe KI-Agenten in ERP-Umgebungen zu betreiben. Zusammen mit der im Mai vollzogenen Übernahme des Stammdaten-Spezialisten Reltio bündelt das Unternehmen zentrale Komponenten für die Datenverwaltung.

Die Transaktionen markieren eine klare Stoßrichtung: Statt auf reine Sprachmodelle konzentriert sich das Management auf die Nutzbarmachung strukturierter betrieblicher Datenbestände. Kunden sollen auf dieser Grundlage interne Arbeitsabläufe weitreichender automatisieren können.

Cloud-Wachstum dämpft Verwässerungseffekte

Die Integration der zugekauften Anbieter schlägt sich in der Finanzplanung nieder. Für das Gesamtjahr 2026 passte SAP den Ausblick für das Betriebsergebnis auf Non-IFRS-Basis an, um die Verwässerungseffekte durch Dremio und Prior Labs abzubilden. Dem steht eine anhaltende Dynamik im Kerngeschäft gegenüber: Der feste Auftragsbestand im Cloud-Segment kletterte zur Jahresmitte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro.

Die gesamten Erlöse aus der Cloud legten im zweiten Quartal um 22 Prozent zu. Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich im selben Zeitraum um 9 Prozent.

Das solide operative Wachstum stützt das operative Geschäft, wenngleich die Aktie am Markt konsolidiert. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursrückgang auf 12 Prozent.

Plattform-Pflege und personelle Kontinuität

Parallel zur strategischen Portfolioerweiterung pflegt SAP die technologische Basis für Anwendungsentwickler. Am Donnerstag stellte das Unternehmen Aktualisierungen für das Cloud Application Programming Model bereit, welche die Laufzeiten für Node.js auf Version 10.1 und Java auf Version 5.1 anheben.

Führungspolitisch setzt das Unternehmen auf Stabilität. Die bestehenden Vertragsverlängerungen von Vorstandschef Christian Klein bis zum April 2030 sowie von Finanzvorstand Dominik Asam bis März 2028 geben dem Management ein mehrjähriges Mandat zur Umsetzung der eingeleiteten Transformation.