SAP Aktie: Milliarden-Offensive

SAP kauft KI-Spezialist Prior Labs und Datenplattform Dremio. Milliardeninvestition soll die KI-Strategie des Konzerns untermauern und die Aktie stützen.

SAP Aktie
Kurz & knapp:
  • Milliardenschwere KI-Investitionen angekündigt
  • Übernahme von Prior Labs und Dremio
  • Fokus auf tabellarische KI-Modelle
  • Aktie reagiert mit Kursgewinnen

Der Walldorfer Softwarekonzern greift tief in die Tasche. Mit zwei Übernahmen — dem Freiburger KI-Spezialisten Prior Labs und der US-amerikanischen Datenplattform Dremio — signalisiert SAP, dass die Antwort auf die drückenden KI-Sorgen der Anleger nicht in Worten liegt, sondern in konkreten Zukäufen.

Prior Labs: Ein neues KI-Labor entsteht

Prior Labs ist kein gewöhnlicher Zukauf. SAP verpflichtet sich, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro in das Freiburger Unternehmen zu investieren und es zu einem der führenden KI-Forschungslabore für strukturierte Daten auszubauen. Die Firma hat sich auf sogenannte Tabellarische Foundation Models (TFMs) spezialisiert — eine KI-Kategorie, die bewusst dort ansetzt, wo klassische Sprachmodelle an ihre Grenzen stoßen.

LLMs verstehen Texte, aber sie tun sich schwer mit Tabellen, Zahlen und statistischen Zusammenhängen. TFMs hingegen sind genau dafür gebaut: Sie können aus Unternehmensdaten Vorhersagen zu Zahlungsverzögerungen, Lieferantenrisiken oder drohender Kundenfluktuation treffen — praktisch in Echtzeit. Prior Labs‘ Open-Source-Werkzeug TabPFN kommt bereits auf über 3 Millionen Downloads, das aktuelle Modell TabPFN-2.6 führt die unabhängige TabArena-Benchmark an. Prior Labs soll nach dem Abschluss der Transaktion als eigenständige Einheit innerhalb von SAP weiterarbeiten.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

Dremio schließt die Datenlücke

Parallel dazu übernimmt SAP die US-Firma Dremio. Der Kern des Problems, das Dremio lösen soll, ist bekannt: Unternehmens-KI scheitert nicht an fehlenden Modellen, sondern an fragmentierten Daten. Viele Konzerne sitzen auf Informationen, die über SAP- und Nicht-SAP-Systeme verteilt sind, ohne einheitlichen Zugriff und ohne den Kontext, den KI-Agenten für sinnvolle Entscheidungen brauchen.

Dremio bringt eine Apache-Iceberg-native Lakehouse-Plattform mit, die SAP Business Data Cloud und SAP HANA Cloud direkt ergänzt. Damit sollen Kunden SAP- und Nicht-SAP-Daten auf einer gemeinsamen offenen Plattform zusammenführen — ohne Datenverschiebungen oder Formatkonvertierungen. Die Kaufpreise für beide Transaktionen nannte SAP nicht. Der Abschluss beider Deals wird für das dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

Bodenbildung vor der Sapphire-Konferenz

An der Börse reagierten Anleger positiv: Die SAP-Aktie legte am Montag rund zwei Prozent auf knapp 148 Euro zu. Das ändert nichts am großen Bild — seit dem Allzeithoch von 283,50 Euro im Februar 2025 hat die Aktie gut 28 Prozent verloren, das Jahrestief lag im April 2026 bei 137,54 Euro.

Die Übernahmen fallen in eine Phase, in der die Walldorfer dringend liefern müssen. Barclays-Analyst Sven Merkt sieht in der Sapphire-Konferenz, die vom 11. bis 21. Mai in Orlando stattfindet, die nächste entscheidende Bühne: SAP müsse dort zeigen, dass die KI-Strategie nicht nur aus Ankündigungen besteht, sondern echten Mehrwert für Kunden schafft. Die beiden Übernahmen liefern dafür zumindest ein erstes, handfestes Argument.

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 4. Mai liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP

SAP Jahresrendite