Starke Kontraste im Technologiesektor. Während Chip- und KI-Werte massiv unter Druck geraten, zeigt sich SAP erstaunlich robust. Ein radikaler Stellenabbau beim Erzrivalen Oracle liefert den Grund. Softwarekonzerne könnten die wahren Profiteure der KI-Effizienz werden.
Oracle-Kahlschlag stützt den Kurs
Der US-Konkurrent Oracle entlässt Berichten zufolge rund 21.000 Mitarbeiter. Das Management nennt die Einführung neuer KI-Technologien als direkten Auslöser. Die Folge: Investoren schichten um. Sie ziehen Kapital aus volatilen KI-Hardware-Werten ab.
Stattdessen suchen Anleger Zuflucht bei etablierten Software-Anbietern wie SAP. Diese Unternehmen integrieren Künstliche Intelligenz, um intern Kosten zu senken. Sie hängen weniger am Tropf teurer Hardware-Zyklen. Der Markt honoriert diese Aussicht auf steigende Margen.
Tiefer Fall und erste Stabilisierung
Charttechnisch bleibt die Lage dennoch angespannt. Die SAP-Aktie notiert aktuell bei 133,38 Euro. Damit liegt das Papier knapp 34 Prozent unter dem Stand vom Jahresanfang.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 266 Euro ist der Kurs weit entfernt. Immerhin konnte sich der Wert vom jüngsten Tief leicht absetzen. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei rund 184 Euro verdeutlicht den intakten Abwärtstrend.
Zahlen-Countdown läuft
Aktuell befindet sich der Konzern in der „Quiet Period“. Das Management äußert sich vor den Quartalszahlen nicht zu laufenden Geschäften. Am 23. Juli präsentiert SAP die Ergebnisse für das zweite Quartal.
Der Fokus liegt dann auf dem Cloud-Auftragsbestand und der Bruttomarge. Hier muss SAP beweisen, dass sich die massiven KI-Investitionen in zahlende Abonnenten verwandeln.
Analysten geben dem Software-Riesen reichlich Vorschusslorbeeren. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei knapp 215 Euro. UBS und Berenberg bestätigten zuletzt ihre Kaufempfehlungen auf ähnlichem Niveau. Am 23. Juli müssen die fundamentalen Daten diese hohen Erwartungen stützen.
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