Während die SAP-Aktie nach wochenlangem Druck erste Erholungszeichen zeigt, richtet der Konzern seinen Blick nach vorn: Die geplante Übernahme von Reltio — einem Spezialisten für Master Data Management — soll die KI-Infrastruktur des Unternehmens grundlegend stärken. Zuletzt mit 1,7 bis 2 Milliarden US-Dollar bewertet, ist der Deal einer der größten strategischen Schritte SAPs in diesem Jahr.
Reltio als Fundament für KI-Agenten
Reltio liefert Software, die Unternehmensdaten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen zusammenführt und KI-tauglich macht. Genau das braucht SAP: Zwei Drittel aller neuen Cloud-Verträge enthalten mittlerweile Funktionen der „SAP Business AI“ — ohne saubere, konsolidierte Datenbasis laufen diese Agenten ins Leere. Die Akquisition soll die SAP Business Data Cloud stärken und die Grundlage für unternehmensweite KI-Anwendungen legen. Finanzielle Details nannte SAP nicht. Der Abschluss ist für das zweite oder dritte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Personalstabilität trotz Führungswandel
Intern setzt SAP auf Kontinuität. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von Personalvorständin Gina Vargiu-Breuer um drei Jahre bis Januar 2030 — ein Bekenntnis zur laufenden Transformation. Bis 2028 will SAP eine kompetenzorientierte Organisation aufbauen, in der der Großteil der Belegschaft KI-Kenntnisse und Cloud-Fähigkeiten mitbringt. Das ist nötig: In den vergangenen zwei Jahren verließen mehrere hochrangige Vorstandsmitglieder das Unternehmen, zuletzt kündigte Produktentwicklungschef Muhammad Alam an, seinen Vertrag im März 2027 nicht zu verlängern. Vargiu-Breuers Verlängerung kommt allerdings nicht ohne Vorgeschichte — intern hatte es Kritik an ihrem Bonussystem gegeben, das angeblich leistungsschwache Führungskräfte begünstigte.
Quartalszahlen am 23. April als nächster Test
Die Aktie erholte sich am 13. April um 4 Prozent — nach einem Minus von rund 7 Prozent in der Vorwoche und einem Kursverlust von 33 Prozent seit Jahresbeginn. US-Importzölle belasten SAPs Kunden aus der Fertigungs- und Industriebranche und schüren Sorgen über verzögerte Cloud-Migrationen und engere IT-Budgets. Am 23. April legt SAP seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Analysten erwarten einen Umsatz von 9,56 Milliarden Euro — ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr — sowie einen Gewinn je Aktie von 1,64 Euro. Für das Gesamtjahr liegt der Konsens bei 40,6 Milliarden Euro Umsatz, rund 10 Prozent mehr als in den vergangenen zwölf Monaten. Ob das Cloud-Geschäft diese Erwartungen stützt, wird die Veröffentlichung am 23. April zeigen — zusammen mit der Frage, ob die Reltio-Übernahme von Investoren als strategische Stärke oder als Ablenkung bewertet wird. Zusätzlich stimmen die Aktionäre auf der Hauptversammlung über eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für 2025 ab, mit Auszahlung zum 5. Mai 2026.
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