Starke KI-Offensive, schwacher Chart: Bei SAP laufen Produktstory und Börsenstimmung gerade auseinander. Auf der Sapphire in Orlando hat der Konzern seine Strategie für die „Autonomous Enterprise“ ausgerollt. Der Kern: Geschäftsprozesse sollen nicht nur unterstützt, sondern durch KI-Agenten deutlich stärker automatisiert werden.
SAP bündelt seine KI-Plattform
SAP führt dafür seine Business-Technology-Plattform, die Business Data Cloud und Business AI unter einer gemeinsamen SAP Business AI Platform zusammen. Darauf setzt die SAP Autonomous Suite auf, die bestehende Anwendungen mit Agentenfunktionen erweitert. Ziel ist ein System, das Prozesse über Abteilungen hinweg steuert statt nur einzelne Aufgaben zu beschleunigen.
CEO Christian Klein stellte die Offensive nicht als ferne Roadmap dar. Genannt wurden mehr als 50 Joule Assistants, über 200 spezialisierte Agenten und Migrationswerkzeuge, die den Aufwand um mehr als 35 Prozent senken sollen. Dazu kommt ein Partnerfonds im dreistelligen Millionenbereich.
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Daten werden zum Hebel
Damit diese Agenten nicht nur Demos liefern, baut SAP das Datenfundament aus. Reltio soll SAP- und Nicht-SAP-Daten für KI-Anwendungen zusammenführen. Dremio soll die Business Data Cloud in ein Iceberg-natives Lakehouse weiterentwickeln.
Besonders sichtbar ist der Schritt bei Prior Labs. SAP investiert dort über eine Milliarde Euro in Tabular Foundation Models, also Modelle für strukturierte Unternehmensdaten. Das Modell SAP-RPT-1.5 soll bei Vorhersagen auf tabellarischen Daten besser abschneiden als große Sprachmodelle. Genau hier liegt der strategische Punkt: Unternehmenssoftware lebt von strukturierten Daten, nicht von schönen Textantworten.
Auch das Partnernetzwerk ist breit angelegt. Anthropic liefert mit Claude eine Grundlage für Joule-Agenten in HR, Beschaffung und Lieferketten. Amazon Web Services bringt eine Zero-Copy-Integration zwischen SAP Business Data Cloud und Amazon Athena ein. Google Cloud und Microsoft sollen Agenten-Interoperabilität mit externen Frameworks ermöglichen.
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Joule Studio 2.0 ist für Juni 2026 geplant. Im dritten Quartal soll der AI Agent Hub als zentrale Verwaltung für SAP-eigene und externe Agentenlösungen allgemein verfügbar werden.
Aktie bleibt angeschlagen
Die Börse nimmt die KI-Erzählung zwar auf, der Chart bleibt aber belastet. Am Freitag schloss die SAP-Aktie bei 145,84 Euro, ein Plus von 3,24 Prozent; seit Jahresanfang steht dennoch ein Minus von 27,80 Prozent. Der Kurs liegt nur knapp über dem Jahrestief und bleibt deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.
Damit ist die Sapphire-Offensive vor allem ein Vertrauensangebot. SAP liefert viele Bausteine: Plattform, Daten, Agenten, Partner und Migrationshilfen. Der Markt dürfte nun genau prüfen, wie schnell daraus messbare Cloud-Umsätze werden. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro bei konstanten Währungen an. Die nächsten Produkttermine im Sommer geben den Takt vor.
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