SAP Aktie verfehlt Erwartungen, Aktie nach Kursrutsch wieder günstig bewertet?

SAP behauptet nach starken Quartalszahlen die Position als wertvollster DAX-Konzern. Eine Analyse beleuchtet Fundamentaldaten und charttechnische Perspektiven.

Kurz & knapp:
  • SAP ist wertvollstes Unternehmen im deutschen Leitindex
  • Aktienkurs erreicht neue historische Höchststände
  • Analyse kombiniert fundamentale und technische Bewertung
  • Fokus auf Cloud-Lösungen und Künstliche Intelligenz

Die SAP Aktie ist nach den Quartalszahlen zur deutlich unter Druck geraten aber weiterhin wertvollster DAX-Konzern. Was sind die Aussichten und wie geht es weiter?

SAP weiterhin an der DAX-Spitze

Die Entwicklung von SAP steht exemplarisch für den Aufstieg Europas im globalen Softwaremarkt. Gegründet wurde SAP 1972 von fünf ehemaligen IBM-Ingenieuren in Walldorf mit der Idee, Unternehmenssoftware nicht mehr stapelweise, sondern in Echtzeit verfügbar zu machen. Dieser Ansatz legte den Grundstein für eine neue Generation von betriebswirtschaftlichen Anwendungen und machte SAP früh zu einem technologischen Vorreiter im Bereich integrierter Unternehmenssoftware.

Der Börsengang erfolgte 1988 und markierte den Übergang vom innovativen Mittelständler zum international expandierenden Softwarekonzern. In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich SAP mit seinen ERP-Systemen als globaler Standard für Geschäftsprozesse in Großunternehmen und Konzernen. Besonders das modulare R/3-System trug maßgeblich dazu bei, SAP zur dominierenden Kraft im Markt für Unternehmenssoftware zu machen. Die hohe Wechselträgheit der Kunden, kombiniert mit langfristigen Wartungsverträgen, sorgte für planbare Umsätze und stabile Margen.

Der Geschäftsverlauf war lange Zeit von einem klassischen Lizenzmodell geprägt, das hohe Einmalerlöse generierte. Mit dem technologischen Wandel hin zu Cloud-Computing und abonnementbasierten Geschäftsmodellen stand SAP jedoch vor einer strategischen Zäsur. Die Einführung der In-Memory-Datenbank HANA und später der Cloud-ERP-Lösung S/4HANA war mit erheblichen Investitionen verbunden und verlangte Kunden wie Investoren Geduld ab. Gleichzeitig baute SAP sein Portfolio durch gezielte Akquisitionen aus, unter anderem in den Bereichen Human Capital Management, Customer Experience und Business Analytics.

Diese Transformationsphase spiegelte sich auch in der Aktienkursentwicklung wider. Während SAP über Jahre als defensiver Qualitätswert mit moderatem Wachstum galt, verlief die Kursentwicklung in der Umstellungsphase phasenweise verhaltener. Mit zunehmender Durchdringung der Cloud-Angebote und steigenden wiederkehrenden Umsätzen gewann die Aktie jedoch wieder an Attraktivität. Der Kapitalmarkt begann, die höhere Visibilität und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells stärker zu honorieren, auch wenn dies zunächst zulasten kurzfristiger Margen ging.

Der Ausblick für SAP ist eng mit der erfolgreichen Migration der Kundenbasis in die Cloud verknüpft. Die zunehmende Standardisierung von Geschäftsprozessen, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmensanwendungen sowie die wachsende Bedeutung von Datenanalyse bieten strukturelle Wachstumschancen. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb intensiv, insbesondere durch US-amerikanische Cloud-Anbieter und spezialisierte Softwarefirmen. SAP verfügt jedoch über einen entscheidenden Vorteil: eine tief verankerte Stellung in den Kernprozessen seiner Kunden. Gelingt es dem Konzern, technologische Innovation mit dieser Kundennähe zu verbinden, dürfte SAP auch künftig zu den verlässlichsten und strategisch relevantesten Softwareanbietern weltweit zählen.
Auch wenn die Cloud-Umsätze etwas geringer ausfielen, stimmen die mittelfristigen Wachstumszahlen und die Bewertung nach dem Kursrutsch nun wieder. Ist die SAP-Aktie daher auch im Chartbild spannend? Darauf gehen wir heute im Video genauer ein.

Das Video zur SAP Aktienanalyse

Im Format „Aktien im Fokus“ nehmen Roland Jegen und Andreas Bernstein regelmäßig Aktien näher unter die Lupe. Heute ist SAP das Thema des Tages, anbei das Video:

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Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.

Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video!

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Aktien Research Andreas Bernstein

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Über Roland Jegen 145 Artikel
Roland Jegen ist seit über 15 Jahren an der Börse aktiv. Seit 2016 arbeitet er als Trading-Experte bei WH SelfInvest. Neben der klassischen Chartanalyse gehören Auction Market Theory und Volume/ Market Profile sowie automatisierte Handelssysteme zu seinen Steckenpferden. Er veröffentlicht regelmäßig technische Analysen zu US-Aktien für den Neobroker Freestoxx.
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