Zwei Übernahmen in 24 Stunden: SAP greift tief in die Tasche, um im KI-Rennen nicht abgehängt zu werden. Das Walldorfer Unternehmen übernimmt das Freiburger Startup Prior Labs und kündigt ein Investment von über einer Milliarde Euro in den kommenden vier Jahren an — parallel dazu plant SAP auch die Akquisition des US-Datenanbieters Dremio.
Am 4. Mai 2026 unterzeichneten SAP und Prior Labs eine verbindliche Vereinbarung. Die genauen Kaufpreise blieben in beiden Fällen unter Verschluss. Der Abschluss steht noch unter Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Tabellen-KI: Eine Lücke, die LLMs nicht schließen
Prior Labs entwickelt sogenannte Tabular Foundation Models — KI-Modelle, die gezielt für die Analyse strukturierter Daten in Tabellen und Kalkulationen trainiert sind. Klassische Sprachmodelle scheitern hier regelmäßig. TabPFN, das Open-Source-Werkzeug des Startups, zählt bereits mehr als drei Millionen Downloads und hat eine aktive Entwicklercommunity aufgebaut.
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Gegründet von Frank Hutter, Noah Hollmann und Sauraj Gambhir, arbeitet Prior Labs mit prominenten KI-Forschern zusammen — darunter Meta-KI-Chef Yann LeCun und Max-Planck-Direktor Bernhard Schölkopf. Die Übernahme kommt weniger als 15 Monate nach der ersten und einzigen Finanzierungsrunde. Balderton-Partner James Wise bezeichnete das als bemerkenswert schnelles Ergebnis für ein europäisches Tech-Unternehmen.
Eigenständig forschen, tief integrieren
Prior Labs soll nach der Übernahme als eigenständige Einheit weiterarbeiten, um Forschungsgeschwindigkeit zu erhalten. SAP will das Labor zu einem weltweit führenden Frontier-KI-Labor für strukturierte Daten ausbauen und die Ergebnisse in sein Portfolio einbetten — in SAP AI Core, die SAP Business Data Cloud und den KI-Assistenten Joule.
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Die parallele Dremio-Übernahme verfolgt einen ergänzenden Zweck: Damit sollen SAP- und Nicht-SAP-Daten bei Unternehmenskunden integriert werden, damit KI-Agenten auf ein breiteres Datenfundament zugreifen können.
Kurskorrektur und Konferenz als Stimmungstest
Die SAP-Aktie notiert auf Jahressicht rund 26 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar fast 44 Prozent — ein Kursverfall, der die Verdrängungssorgen des Marktes gegenüber klassischen Softwareanbietern widerspiegelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 271,60 Euro ist der aktuelle Kurs von rund 149,54 Euro weit entfernt. Der RSI von 75,7 signalisiert dabei eine kurzfristig überkaufte Lage nach der jüngsten Erholung.
Barclays-Analyst Sven Merkt sieht die SAP-Entwicklerkonferenz Sapphire — die vom 11. bis 21. Mai läuft — als Gelegenheit für den Konzern, Anleger davon zu überzeugen, dass die KI-Strategie trägt. SAP hat seine Antwort auf den KI-Druck bereits skizziert: Künftig sollen Gebühren am KI-Einsatz hängen, nicht an Nutzerzahlen. Prior Labs ist der bislang teuerste Baustein dieser Neuausrichtung.
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