Kurz vor der Veröffentlichung der neuen Geschäftszahlen schafft SAP strategische Fakten. Der Walldorfer Softwarekonzern plant die Übernahme des US-Datenexperten Reltio, um seine KI-Ambitionen zu untermauern. An der Börse dominiert indes Skepsis. Die Aktie rutschte am Donnerstag um fast fünf Prozent ab und nähert sich gefährlich ihrem 52-Wochen-Tief.
Datenfundament für die KI-Strategie
Reltio hat sich auf Master-Data-Management spezialisiert. Das nicht börsennotierte Unternehmen bündelt Datensätze aus verschiedenen Anwendungen zu einem einheitlichen Profil, dem sogenannten „Golden Record“. Für SAP ist diese Technologie ein zentraler Baustein. Kunden sollen künftig ihre unternehmensweiten Daten reibungslos für den KI-Assistenten Joule nutzbar machen können.
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Einen Kaufpreis nannten die Unternehmen nicht. Anfang 2026 wurde Reltio bei Finanzierungsrunden noch mit bis zu zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Der Abschluss der Transaktion ist für das zweite oder dritte Quartal vorgesehen, sofern die Kartellbehörden zustimmen. Reltio wird auf absehbare Zeit auch als eigenständiges Produkt auf dem Markt bleiben.
Wachstumsziele treffen auf Regulierungsdruck
Parallel zur Expansion treibt das Management die Beilegung eines laufenden EU-Verfahrens voran. Brüssel prüft, ob SAP den Wettbewerb bei Wartungsdiensten für ältere Software-Lizenzen behindert hat. Der Konzern bietet nun Zugeständnisse an, darunter mehr Wahlfreiheit für Kunden und den Wegfall bestimmter Gebühren. Bleiben Einwände aus dem Markt aus, könnte die Kommission das Verfahren ohne Bußgeld einstellen.
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Operativ hält der Vorstand an seinen Jahreszielen fest. Im Fokus steht dabei ein währungsbereinigtes Cloud-Wachstum von bis zu 25 Prozent. Ein bereits laufendes, milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm soll den Kurs flankierend stützen. Bislang verpufft dieser Effekt an der Börse. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 30 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 142 Euro.
Quartalszahlen am Abend
Neue Impulse könnten bereits am heutigen Donnerstagabend folgen. Kurz nach 22 Uhr veröffentlicht SAP die Ergebnisse für das erste Quartal. Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatz von 9,56 Milliarden Euro, was einem soliden Plus gegenüber dem Vorjahr entspräche. In der anschließenden Telefonkonferenz muss sich der Vorstand dann den konkreten Fragen der Investoren stellen.
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