27,4 Prozent NAV-Rendite in einem einzigen Geschäftsjahr — und der Vergleichsindex bleibt mit 18 Prozent deutlich dahinter. Scottish Mortgage Investment Trust hat das Fiskaljahr bis Ende März 2026 mit einem klaren Ausrufezeichen abgeschlossen und setzt dabei auf eine Strategie, die weit über bloße Marktexposition hinausgeht.
Rückkäufe als Renditetreiber
Besonders auffällig ist das Ausmaß des Aktienrückkaufprogramms. Seit März 2024 hat der Trust eigene Anteile im Wert von mehr als 2,5 Milliarden Pfund zurückgekauft — und damit das ursprüngliche Zwei-Jahres-Ziel von 2 Milliarden Pfund bereits übertroffen. Der Effekt ist messbar: Der Abschlag des Börsenkurses auf den Nettoinventarwert, der Mitte 2023 noch bei 23 Prozent lag, hat sich seither spürbar verringert. Der Vorstand bekräftigt, die Rückkäufe fortzusetzen, um Discount-Schwankungen zu dämpfen.
Die Kursperformance spiegelt das wider. Seit Jahresbeginn legte die Aktie rund 27 Prozent zu und notiert aktuell bei 17,66 Euro — knapp 9,75 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt.
Mehr Flexibilität bei Privatunternehmen
Nach einem Aktionärsvotum im April 2026 hat der Trust seine Anlagepolitik angepasst. Die bisherige 30-Prozent-Obergrenze für nicht börsennotierte Beteiligungen gilt weiterhin als Richtwert für das Fondsmanagement. Neu ist ein zusätzlicher Puffer von bis zu 250 Millionen Pfund, der Investitionen in Privatunternehmen auch dann erlaubt, wenn diese Schwelle bewertungsbedingt überschritten wird.
Das schützt vor einem Szenario, das Wachstumsinvestoren kennen: Starke Kurssteigerungen bei privaten Beteiligungen drücken das Portfolio automatisch über Limits — und zwingen zu Verkäufen zum falschen Zeitpunkt. Aktuell machen Privatinvestments rund 27,1 Prozent des Portfolios aus, SpaceX bleibt die größte Einzelposition.
Kosten, Dividende, Verschuldung
Die laufenden Kosten liegen bei 0,33 Prozent — für einen aktiv verwalteten Trust mit globalem Wachstumsfokus ein niedriger Wert. Der Verschuldungsgrad sank auf rund 11 Prozent, die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten betragen 3,6 Prozent. Nordamerika macht mit 55,7 Prozent mehr als die Hälfte des Portfolios aus.
Trotz des Wachstumsfokus erhöhte der Trust seine Dividende um 4,3 Prozent auf 4,57 Pence je Aktie und wahrt damit seinen Status als „Dividend Hero“. Die Schlussdividende von 2,97 Pence wird am 10. Juli 2026 ausgezahlt.
Das Management sieht den freien Cashflow der Portfoliounternehmen im Jahresvergleich mehr als verdoppelt — ein Zeichen, dass sich die Beteiligungen an das höhere Zinsniveau angepasst haben. Die nächste Bewährungsprobe kommt mit dem Halbjahresbericht, der zeigen wird, ob das Momentum aus dem starken Fiskaljahr trägt.
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