SpaceX feiert sein Debüt an der Nasdaq. Für den Scottish Mortgage Investment Trust ist das ein historischer Moment. Die größte illiquide Position des Portfolios wird über Nacht zu einem handelbaren Wert. An der Börse sorgt das für spürbare Erleichterung.

Die Aktie springt am Freitag um 3,01 Prozent auf 17,48 Euro. Damit erholt sich der Kurs von einer schwachen Woche. Seit Jahresbeginn steht nun ein sattes Plus von knapp 26 Prozent auf der Anzeigetafel.

Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 19,50 Euro fehlen noch gut zehn Prozent. Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hatte zuletzt die Sorge vor späten Zinssenkungen geschürt. Das traf wachstumsorientierte Portfolios hart.

Milliarden-Bewertung wird flüssig

SpaceX peilt eine gigantische Bewertung von 1,77 Billionen US-Dollar an. Der Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie soll 75 Milliarden Dollar in die Kassen spülen. Für Scottish Mortgage stehen enorme Summen auf dem Spiel.

Das Raumfahrtunternehmen macht fast 18 Prozent des gesamten Fondsvermögens aus. Durch Neubewertungen kratzte der Anteil zuletzt sogar an der Marke von 21 Prozent. Die Nasdaq-Notierung bringt nun dringend benötigte Liquidität in das stark konzentrierte Portfolio.

Strategiewechsel bei Aktienrückkäufen

Das Management bereitete sich aktiv auf den Börsengang vor. Zur Wochenmitte kaufte der Trust ein großes Paket eigener Aktien zurück. Der Preis lag bei rund 1.414 Pence pro Stück. Es war bereits die zweite Aktion dieser Art in wenigen Tagen.

Künftig greift eine neue Regel. Der Trust interveniert nur noch, wenn der Aktienkurs unter dem Nettoinventarwert liegt. Bisherige pauschale Stützungskäufe fallen damit weg.

Aktionäre erhalten zudem eine Schlussdividende von 2,97 Pence je Anteilsschein. Die Aktie handelte am Donnerstag entsprechend mit Abschlag. Die Gesamtausschüttung übersteigt den Nettogewinn dabei deutlich. Ein riskantes Manöver.

Japanischer Großaktionär steigt ein

Ein prominenter Investor nutzt die aktuelle Phase. Mitsubishi UFJ Asset Management hat eine Beteiligung von 3,02 Prozent aufgebaut. Das entspricht gut 33 Millionen Aktien. Marktbeobachter werten diesen Schritt als klaren Vertrauensbeweis in die langfristige Strategie.

Anfang Juli steht in Edinburgh eine wichtige Hauptversammlung an. Das Management will die Obergrenze für nicht börsennotierte Investitionen anheben. Bislang liegt das Limit bei 30 Prozent des Vermögens. Die privaten Beteiligungen machen aber bereits über 40 Prozent aus.

Die Abstimmung am 2. Juli wird den künftigen Spielraum des Trusts definieren. Mit einer höheren Quote könnte das Management bei späten Finanzierungsrunden aggressiver mitbieten. Die erfolgreiche Platzierung von SpaceX liefert den Aktionären dafür ein starkes Argument.