Scottish Mortgage: Starship-V3-Test vor SpaceX-IPO

Scottish Mortgage Investment Aktie

Scottish Mortgage Investment profitiert von einer Story, die weit über den Londoner Investmenttrust hinausreicht: SpaceX rückt offenbar näher an die Börse. Für den Trust ist das kein Nebenthema. Private Technologiebeteiligungen prägen den Wert, und SpaceX zählt zu den wichtigsten nicht börsennotierten Positionen.

Die Aktie handelt nahe ihrem Hoch. Der Schlusskurs lag am Dienstag bei 17,09 Euro, seit Jahresanfang steht ein Plus von 23 Prozent. Zum jüngsten 52-Wochen-Hoch fehlt nur ein schmaler Abstand, was zeigt: Der Markt preist bereits einiges an Erwartung ein.

SpaceX-IPO wird zum Bewertungshebel

SpaceX soll Goldman Sachs als führende Investmentbank für den geplanten Börsengang ausgewählt haben. Auch Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase sollen zentrale Rollen übernehmen. Im Raum steht eine Bewertung von 1,75 Billionen Dollar, verbunden mit einer Kapitalaufnahme von rund 75 Milliarden Dollar.

Der Prospekt wird ab Mittwoch erwartet. Dann bekämen Investoren erstmals einen breiteren Blick auf die Finanzen des Raumfahrtunternehmens und der Satelliteninternet-Sparte Starlink. Geplant ist außerdem ein Aktiensplit im Verhältnis 5 zu 1; bis zu 30 Prozent der Aktien könnten privaten Anlegern zugeteilt werden.

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Für Scottish Mortgage wäre ein erfolgreicher Börsengang vor allem ein Liquiditätsereignis. Eine private Beteiligung mit schwer überprüfbarer Bewertung würde zu einem börsennotierten Marktpreis. Das kann den Nettoinventarwert klarer machen und den Abschlag oder Aufschlag des Trusts neu bewerten lassen.

Technik muss die Bewertung tragen

Der Finanzkalender ist nur eine Seite der Geschichte. SpaceX bereitet für Donnerstag den Erstflug der Starship-V3-Version vor. Der unbemannte Testflug gilt als wichtiger Stimmungstreiber, weil er kurz vor dem geplanten Nasdaq-Debüt liegt.

Technisch geht es um viel. Die Rakete ist 124 Meter hoch und soll mehr als 100 Tonnen in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen können. Getestet werden unter anderem Stufentrennung, Triebwerkszündung im All und Wiedereintritt.

Ein erfolgreicher Flug würde die kommerzielle Erzählung stützen. Das betrifft nicht nur Mars-Visionen, sondern auch konkrete Programme wie Artemis. Ein Fehlschlag müsste die Börsenpläne nicht stoppen, könnte aber die Debatte über die angestrebte Bewertung verschärfen.

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Nähe zum Hoch erhöht den Druck

Die Kursentwicklung von Scottish Mortgage zeigt, wie stark die Erwartungen bereits wirken. Die Aktie liegt rund 10 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt, der RSI von 40,6 signalisiert aber keine überhitzte kurzfristige Lage. Das ist eine interessante Mischung: starker mittelfristiger Trend, aber kein klassisches Momentum-Extrem.

Im Sektor hat die SpaceX-Fantasie bereits Spuren hinterlassen. Rocket Lab legte am Dienstag um etwa 5 Prozent zu, auch andere Raumfahrt- und Satellitenwerte zogen an. Der Markt handelt damit nicht nur den Börsengang selbst, sondern eine mögliche Neubewertung des gesamten Space-Tech-Clusters.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Struktur. Elon Musk soll über Mehrstimmrechtsaktien rund 80 Prozent der Stimmrechte behalten, bei einem Kapitalanteil von 43 Prozent. Für Investoren bedeutet das: Der Zugang zu SpaceX käme mit begrenztem Einfluss auf die Unternehmensführung.

Der nächste Takt ist eng gesetzt: Roadshow ab dem 4. Juni, Preisfestsetzung am 11. Juni, Handelsstart an der Nasdaq am 12. Juni. Für Scottish Mortgage wird dieser Kalender zum direkten Test, ob die starke Kursentwicklung durch einen belastbaren Marktpreis für SpaceX untermauert wird.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.