Scottish Mortgage Investment Trust zieht einen Schlussstrich unter ein 13 Jahre altes Kapitel. Der Trust hat seine gesamte Tesla-Position verkauft. Im Gegenzug richtet das Management den Blick auf ein neues Thema: die „agentic era“ der künstlichen Intelligenz.

Abschied von Tesla, Einstieg in die nächste KI-Phase

Die Fondsmanager Lawrence Burns und Tom Slater haben in dieser Woche ihre Strategie neu justiert. Ihre These: Die nächste Phase der KI-Disruption wird nicht mehr von Chips und Hardware getrieben, sondern von autonom handelnden KI-Agenten. Diese Agenten sollen laut Management den globalen Bedarf an Energie und Infrastruktur grundlegend verändern.

Der Tesla-Ausstieg markiert dabei mehr als eine einzelne Portfolio-Entscheidung. Er zeigt eine Abkehr von der Elektromobilität für Endkunden hin zu den industriellen Grundlagen des nächsten Technologiezyklus. Die Manager setzen künftig auf Firmen, die den enormen Energiehunger von KI-Rechenzentren decken. Ebenso im Fokus: Software-Anbieter, die agentenbasierte KI-Fähigkeiten erst möglich machen.

Kurs unter Druck, Bewertung bleibt günstig

Die Aktie notiert aktuell bei 15,44 Euro und liegt damit rund 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 19,50 Euro aus dem Mai. Auf Monatssicht hat das Papier fast neun Prozent verloren. Der RSI von 35,6 signalisiert eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 12,75 Prozent zu Buche. Die Kursschwäche der vergangenen Wochen wirkt damit eher wie eine Verschnaufpause nach einem starken Lauf als wie ein Alarmsignal.

Rückkaufprogramm läuft unvermindert weiter

Der Trust bekämpft die Lücke zwischen Aktienkurs und Substanzwert mit einem aggressiven Rückkaufprogramm. Am Mittwoch bestätigte das Unternehmen den Kauf von 500.000 weiteren Stammaktien für das Treasury, zum Preis von umgerechnet rund 15,72 Euro pro Aktie.

Damit hält Scottish Mortgage nun insgesamt 412.558.993 eigene Aktien im Bestand. Ende Juli lag der geschätzte Abschlag zum fairen Nettoinventarwert bei etwa 8,8 Prozent. Der Vorstand setzt die Rückkäufe gezielt ein, um den Kurs während der strategischen Neuausrichtung zu stabilisieren.

Die Kombination aus Strategiewechsel und Kapitalmaßnahmen zeigt, wie der Trust zwei Baustellen parallel bearbeitet: die Neupositionierung des Portfolios für die kommende KI-Phase und die Verteidigung des Aktienkurses gegen den Substanzwert-Abschlag. Beide Prozesse laufen ohne festen Zeithorizont weiter.