Seagate räumt seine Bilanz auf — und nimmt dabei eine mögliche Verwässerung in Kauf. Der Speichertechnikspezialist tauscht einen Teil seiner Wandelanleihen gegen Bargeld und Aktien. Parallel dazu verkaufen mehrere Spitzenmanager große Aktienpakete nach vorher festgelegten Handelsplänen.
Das trifft auf eine Aktie, die extrem stark gelaufen ist. Am Freitag schloss Seagate bei 698,00 Euro, nur 1,69 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 710,00 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 184,38 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 623,39 Prozent.
Wandelanleihe wird teilweise abgeräumt
Seagate und die Tochter Seagate HDD Cayman haben privat ausgehandelte Vereinbarungen zum Tausch von Wandelanleihen angekündigt. Betroffen ist ein Nennbetrag von 185,908 Millionen Dollar aus den 3,50 Prozent Exchangeable Senior Notes mit Fälligkeit 2028.
Die Gegenleistung besteht aus Bargeld und Stammaktien von Seagate. Die genaue Zahl der auszugebenden Aktien wurde über einen Handelstag ab dem 21. Mai 2026 ermittelt. Der Abschluss der Transaktion ist um den 26. Mai 2026 geplant, sofern die üblichen Bedingungen erfüllt werden.
Für die Bilanz ist der Schritt klar: Die getauschten Anleihen werden eingezogen. Danach sollen noch rund 185,8 Millionen Dollar an entsprechenden Papieren ausstehen, deren Bedingungen unverändert bleiben. Für Aktionäre liegt der heikle Punkt in der Aktienkomponente, denn neue Aktien können den Anteil bestehender Investoren verwässern.
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Insider verkaufen nach Plan
Auffällig sind auch mehrere Insidertransaktionen. CEO William D. Mosley verkaufte am 20. Mai 2026 insgesamt 30.000 Aktien für rund 22,54 Millionen Dollar. Der Verkauf lief über einen vorab eingerichteten Handelsplan nach Rule 10b5-1, den Mosley im Februar verabschiedet hatte.
Auch CFO Gianluca Romano trennte sich von Aktien. Am 6. Mai 2026 verkaufte er 22.488 Stück zu Kursen überwiegend im mittleren 700-Dollar-Bereich. Einen Tag später folgte ein weiterer Verkauf von 1.902 Aktien zu durchschnittlich 770,00 Dollar.
Weitere Verkäufe kamen aus der erweiterten Führung. John Christopher Morris veräußerte 5.626 Aktien zu durchschnittlich 738,37 Dollar, Teh Ban Seng verkaufte 15.560 Aktien. Insgesamt summieren sich die Insiderverkäufe der vergangenen 90 Tage auf etwa 118.283 Aktien im Wert von rund 65,99 Millionen Dollar.
Solche Verkäufe sind nicht automatisch ein Warnsignal, wenn sie über vorab festgelegte Pläne laufen. In Kombination mit dem starken Kursanstieg und der laufenden Bilanzmaßnahme werden sie aber genauer gelesen. Kein Wunder, dass der Markt bei Seagate derzeit besonders sensibel auf Kapitalstruktur und Bewertung schaut.
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Zahlen liefern Rückenwind
Operativ läuft es derzeit stark. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Seagate einen Gewinn je Aktie von 4,10 Dollar und lag damit klar über der Konsensschätzung von 3,51 Dollar. Der Umsatz stieg auf 3,11 Milliarden Dollar.
Das Wachstum fällt vor allem wegen der Nachfrage nach Speicherlösungen für Cloud-Infrastruktur und Unternehmensspeicher ins Gewicht. Die bereinigte Bruttomarge erreichte mit 47 Prozent einen Rekordwert und verbesserte sich sequenziell deutlich.
Für das vierte Quartal stellt das Management einen Gewinn je Aktie von 4,80 bis 5,20 Dollar in Aussicht. Beim Umsatz peilt Seagate 3,45 Milliarden Dollar an, mit einer Spanne von 100 Millionen Dollar nach oben oder unten.
Die Bewertung spiegelt viel Optimismus wider. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 71,26, während die Aktie mit einem Abstand von 148,94 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Der RSI von 67,8 zeigt zwar noch keine extreme Überhitzung, signalisiert aber eine weit gelaufene Bewegung.
Die nächste konkrete Marke ist der geplante Abschluss des Anleihetauschs um den 26. Mai 2026. Danach wird sichtbar, wie viele neue Aktien tatsächlich in den Markt kommen und wie stark die Bilanzentlastung gegen die Verwässerung abgewogen wird. Für den laufenden Ertragsimpuls bleibt der Ausblick auf das vierte Quartal der zentrale Prüfstein.
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