ServiceNow wächst zweistellig, und die Aktie handelt trotzdem rund 57 Prozent unter ihren Hochs. Das ist mehr als eine normale Bewertungskorrektur. Der Kernkonflikt liegt tiefer: Der Markt fragt sich, ob KI das Geschäftsmodell stärkt oder Teile davon angreift.
Gute Zahlen reichen nicht
Im jüngsten Quartal erzielte ServiceNow einen Umsatz von 3,77 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Plus von 22,1 Prozent und lag leicht über der Konsensschätzung von 3,75 Milliarden Dollar.
Auch beim Gewinn je Aktie schnitt der Konzern besser ab. ServiceNow meldete 0,97 Dollar nach 0,81 Dollar im Vorjahr. Die positive Überraschung beim Ergebnis lag bei 2,11 Prozent.
Seit vier Quartalen übertrifft das Unternehmen die Erwartungen beim Umsatz und beim Gewinn. Trotzdem steht die Aktie seit Jahresbeginn deutlich unter Druck. Der Rückgang liegt bei etwa 40 Prozent.
Ein Teil der Belastung kam aus verzögerten Abschlüssen im Nahen Osten. Diese drückten den Umsatz im ersten Quartal um 75 Basispunkte. Das allein erklärt den Kursrutsch aber nicht.
Schätzungen werden vorsichtiger
Für das laufende Quartal erwartet der Markt einen Gewinn je Aktie von 0,85 Dollar. Das wäre ein Zuwachs von 3,7 Prozent. Die Konsensschätzung wurde binnen eines Monats um 24,5 Prozent gesenkt.
Für das laufende Geschäftsjahr liegt die Gewinnschätzung bei 4,14 Dollar je Aktie. Das entspräche einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Beim Umsatz bleibt das Bild stärker. Für das aktuelle Quartal stehen 3,92 Milliarden Dollar im Konsens, was rund 22 Prozent Wachstum bedeuten würde.
Für das Gesamtjahr erwarten Analysten Erlöse von 16,18 Milliarden Dollar. Das läge ebenfalls gut ein Fünftel über dem Vorjahresniveau.
Analysten bleiben mehrheitlich positiv
Der Bewertungsstreit wird durch die Analystenseite nicht kleiner. Von 54 Wall-Street-Analysten ergibt sich ein klar positiver Konsens, mit einem mittleren Kursziel von 140 Dollar.
Bei einem Kurs nahe 90 Dollar entspräche das einem Aufwärtspotenzial von 55,3 Prozent. Die Mehrheit bleibt optimistisch: 43 Experten empfehlen die Aktie zum Kauf.
Die Bewertung wirkt dabei deutlich anders als früher. Das nachlaufende KGV liegt nahe 53, während das erwartete KGV auf etwa 21 gefallen ist.
Einige Häuser wurden nach den Quartalszahlen dennoch vorsichtiger. Oppenheimer senkte das Kursziel von 175 auf 130 Dollar, hielt aber an „Outperform“ fest.
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Truist reduzierte das Ziel ebenfalls spürbar. Dort ging es von 175 auf 125 Dollar, bei weiterem Kaufvotum.
KI ist Chance und Belastung
UBS-Analyst Karl Keirstead stufte die Aktie auf „Neutral“ ab. Er verwies auf schwächere Zuversicht und „mehr Hinweise auf Budgetdruck bei Nicht-KI-Anwendungssoftware“.
Seit Ende 2025 hört die Bank von großen Konzernen häufiger ein ähnliches Muster. KI und die nötige Infrastruktur sollen 2026 mehr Budget binden. Klassische Softwareausgaben geraten dadurch unter Druck.
Genau hier liegt das Dilemma. ServiceNow baut seine KI-Plattform aus und arbeitet mit AWS, Nvidia, Microsoft und Accenture. Der Markt sieht aber kurzfristig Risiken bei Wachstum, Margen und Kostendisziplin.
Das Management erhöhte die Jahresprognose für Abonnementerlöse auf 15,74 bis 15,78 Milliarden Dollar. Operativ sendet das Unternehmen damit kein Schwächesignal.
Langfristig setzt ServiceNow die Messlatte höher. Bis 2030 sollen die Abonnementerlöse mindestens 30 Milliarden Dollar erreichen.
Der adressierbare Markt wird für 2027 auf 350 Milliarden Dollar geschätzt. Das zeigt die Größe der Chance, erklärt aber nicht automatisch den aktuellen Bewertungsabschlag.
Nach Knowledge 2026 richtet sich der Blick auf Otto, den neuen KI-Assistenten für Unternehmen. Die nächsten zwei bis drei Quartale liefern den Praxistest: Wächst die Nutzung ohne neuen Margendruck, bekommt die Aktie ein belastbareres Argument für eine Neubewertung.
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