ServiceNow reitet die Welle der Künstlichen Intelligenz. Die Nachfrage nach Steuerungssoftware für KI-Anwendungen explodiert förmlich. Dennoch rutscht der Aktienkurs ab. Ein teurer Zukauf drückt auf die Stimmung der Anleger.
KI-Strategie zahlt sich aus
Das Herzstück der aktuellen Strategie ist der sogenannte AI Control Tower. Unternehmen nutzen diese Lösung zur Überwachung ihrer KI-Systeme. Im ersten Quartal 2026 verdoppelte sich das durchschnittliche Auftragsvolumen für dieses Produkt. Das Management hob das Umsatzziel für den gesamten KI-Bereich auf 1,5 Milliarden US-Dollar an.
Neue Partnerschaften flankieren diesen Kurs. Die Hackett Group unterstützt Kunden künftig bei der KI-Implementierung. Eine Allianz mit Hewlett Packard Enterprise vernetzt IT-Betriebsabläufe. Diese Integrationen starten im Laufe der Jahre 2026 und 2027.
Starkes Quartal mit einem Haken
Die Zahlen für das erste Quartal fielen überzeugend aus. Der Umsatz mit Abonnements stieg um 22 Prozent auf rund 3,67 Milliarden US-Dollar. Auch die vertraglich gesicherten künftigen Einnahmen wuchsen stark. Daraufhin hob der Vorstand die Jahresprognose an.
Hier liegt jedoch das Problem. Die höhere Prognose resultiert maßgeblich aus Währungseffekten und der Übernahme von Armis. Ohne den Armis-Beitrag hob das Management den Ausblick für das organische Wachstum nicht weiter an. Das sorgte an der Börse für Diskussionen.
Margendruck belastet den Kurs
Die Übernahme des Cybersicherheits-Spezialisten Armis kostete 7,75 Milliarden US-Dollar. Dieser Zukauf belastet nun die Profitabilität. Das Management senkte das Ziel für die operative Jahresmarge auf 31,5 Prozent. Auch die erwartete freie Cashflow-Marge schrumpft.
Die Folge: Anleger reagieren nervös. Die ServiceNow-Aktie verlor in den vergangenen 30 Tagen rund 6,5 Prozent an Wert. Aktuell notiert das Papier bei 82,98 Euro. Der Kurs fiel an acht der letzten zehn Handelstage.
ServiceNow muss nun einen Spagat meistern. Die aggressive KI-Strategie liefert zwar erste Erfolge. Die hohen Kosten der Armis-Integration dämpfen aber vorerst die Gewinnaussichten. Der Markt wartet auf sichtbares organisches Wachstum jenseits der Zukäufe.
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