Während Halbleiteraktien zuletzt Kapital abgaben, floss dieses Geld in Enterprise-Software. ServiceNow gehört zu den klaren Profiteuren dieser Rotation — die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Montag rund vier Prozent zu.
Institutionelle Investoren kaufen aggressiv
Der Anstieg kommt nicht aus dem Nichts. Regulatorische Meldungen zeigen eine deutliche Beschleunigung institutioneller Käufe. Soltis Investment Advisors erhöhte seine Position zuletzt um mehr als 6.000 Prozent auf knapp 46.300 Aktien. Das ist ein Extrembeispiel — aber kein Einzelfall.
Vanguard und Jennison Associates meldeten ebenfalls erhebliche Aufstockungen. Institutionelle Investoren halten inzwischen rund 87 Prozent aller ausstehenden Aktien. Auf Plattformen wie Stocktwits kletterte die Retail-Stimmung auf „extrem bullisch“.
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Starke Margen, hohes Wachstum
Die Fundamentaldaten liefern eine Erklärung für das Interesse. ServiceNow erzielt eine Bruttomarge von rund 77,5 Prozent und eine EBITDA-Marge von etwa 25 Prozent. Der Umsatz wuchs in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um mehr als 22 Prozent jährlich.
Der operative Cashflow lag zuletzt bei 1,67 Milliarden Dollar pro Quartal. Der freie Cashflow erreichte rund 1,53 Milliarden Dollar. Mit dieser Liquidität finanziert das Unternehmen Aktienrückkäufe und Übernahmen.
KI-Partnerschaften als Wachstumstreiber
Operativ baut ServiceNow sein Ökosystem rund um autonome KI-Agenten aus. Eine mehrjährige Partnerschaft mit Experian soll KI-Funktionen direkt in Unternehmensabläufe einbetten — konkret in das Onboarding neuer Mitarbeiter und das Management von Drittanbieterrisiken.
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Ausgeweitete Kooperationen mit Accenture und FedEx Dataworks sollen KI-Pilotprojekte in den Produktivbetrieb überführen. Das Ziel: eine zentrale Plattform, die KI-Aufgaben über verschiedene Unternehmenssysteme hinweg steuert und ausführt.
Bewertung bleibt anspruchsvoll
Technisch handelt die Aktie nahe einem kurzfristigen Widerstandsbereich zwischen 96 und 97 Dollar. Von den jüngsten Tiefs um 87 Dollar hat sie sich spürbar erholt. Als erste Unterstützungszone gilt der Bereich um 90 bis 91 Dollar.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 57 — ein klares Premium. Der Markt preist damit hohe Erwartungen an die Monetarisierung von KI-Workflows ein. Ob diese Erwartungen eingelöst werden, dürfte sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen konkretisieren.
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