Der Ölmulti Shell baut seine Position im kanadischen LNG-Geschäft massiv aus. Die Übernahme von ARC Resources für 22 Milliarden Dollar sichert dem Konzern umfangreiche Förderrechte in der Montney-Schieferformation – Basis für die Versorgung der LNG-Anlage in Kitimat. Die Aktionäre stehen hinter dem Kurs: Eine Klimaresolution der Aktivisten von „Follow This“ scheiterte auf der Hauptversammlung mit 87 Prozent Gegenstimmen deutlich.
Wochenperformance unter Druck
Die Aktie gab in der vergangenen Woche um 2,5 Prozent nach und schloss am Freitag bei 35,99 Euro. Damit notiert der Titel gut fünf Prozent unter der 50-Tage-Linie von 38,09 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 40,64 Euro vom April ist außer Reichweite – der Abstand beträgt rund elf Prozent. Der RSI liegt mit 48,8 Punkten im neutralen Bereich, signalisiert weder Überkauf noch -verkauf.
Milliardenschwere Expansion
Shell treibt parallel die zweite Phase des LNG-Canada-Projekts voran. Eine Einigung mit der kanadischen Regierung und der Provinz British Columbia soll die Investitionsentscheidung beschleunigen. Analysten rechnen noch 2026 mit dem grünen Licht zur Verdopplung der Kapazität auf 28 Millionen Tonnen pro Jahr – ein strategischer Vorteil, denn die kürzeren Transportwege nach Asien verschaffen Shell einen Kostenvorteil gegenüber der US-Golfküste.
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Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über drei Milliarden Dollar stützt den Kurs. Der Konzern gab am Freitag bekannt, dass das Grundkapital aktuell rund 5,59 Milliarden Aktien umfasst. Das von Goldman Sachs begleitete Programm läuft bis Ende Juli.
Analysten bleiben zuversichtlich
Die Wall Street bewertet Shell mehrheitlich mit „Kaufen“. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 12 und eine Dividendenrendite von etwa 3,5 Prozent machen den Titel trotz nachlassender operativer Dynamik attraktiv. Der nächste Kurskatalysator: die Quartalszahlen für das zweite Quartal, die im Juli erwartet werden. Bis dahin bleibt die Frage, ob die Kanade-Offensive den Aktienkurs wieder in Richtung des 52-Wochen-Hochs treiben kann.
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