Der Energiekonzern Shell greift nach gewaltigen Gasreserven vor der Küste Südamerikas. In fortgeschrittenen Verhandlungen mit der venezolanischen Regierung geht es längst nicht mehr nur um ein einzelnes Projekt, sondern um den Zugriff auf bis zu 20 Billionen Kubikfuß Erdgas. Dieser strategische Schritt könnte die LNG-Produktion des Unternehmens im Atlantik auf Jahre hinaus sichern.
Fokus auf ungenutzte LNG-Kapazitäten
Die Motivation hinter den weitreichenden Gesprächen ist rein pragmatischer Natur. Shell betreibt im benachbarten Trinidad und Tobago das größte Flüssigerdgas-Werk (LNG) Lateinamerikas. Das sogenannte Atlantic LNG-Projekt, an dem Shell 45 Prozent der Anteile hält, leidet jedoch unter einer unzureichenden Gasversorgung und kann seine installierte Kapazität nicht voll ausschöpfen.
Die Erschließung der venezolanischen Felder, darunter das riesige Mariscal Sucre-Projekt sowie das grenzüberschreitende Loran-Feld, würde diese Versorgungslücke direkt schließen. Das geförderte Gas soll zur Verarbeitung in die nur wenige Meilen entfernten Anlagen nach Trinidad geleitet und von dort für den Weltmarkt exportiert werden. Erste Vorabkommen für diese weitreichende Kooperation wurden bereits im März in Caracas unterzeichnet.
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Geopolitische Hürden
Ganz reibungslos verlaufen die Verhandlungen allerdings nicht. Ein erhebliches geopolitisches Hindernis stellt die bisherige Vergabe von Förderrechten dar. Der venezolanische Staatskonzern PDVSA hatte in der Vergangenheit Rechte an bestimmten Teilgebieten an das russische Staatsunternehmen Roszarubezhneft übertragen.
Obwohl diese Felder bislang unberührt blieben, verkompliziert die russische Präsenz einen finalen Vertragsabschluss für Shell. Aus Verhandlungskreisen heißt es jedoch, man sei zuversichtlich, dieses Problem zeitnah lösen zu können. Gleichzeitig zieht sich der US-Konkurrent Chevron aus einigen dieser Gebiete zurück, was Shell zusätzlichen Verhandlungsspielraum eröffnet.
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Starkes Marktumfeld stützt den Kurs
Flankiert werden die strategischen Expansionspläne von einem äußerst robusten Marktumfeld. Angetrieben durch geopolitische Spannungen, insbesondere den Konflikt zwischen den USA und dem Iran, verzeichnen die Rohöl- und Erdgaspreise deutliche Aufschläge. Dies hat die Shell-Papiere in den vergangenen Wochen auf historische Höchststände getrieben. Seit Jahresbeginn 2026 verbucht der Titel ein Plus von über 27 Prozent. Parallel stützt das Management den Kurs durch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm, in dessen Rahmen allein Anfang April 2,4 Millionen eigene Anteile erworben und vernichtet wurden.
Am 7. Mai 2026 wird Shell seine Ergebnisse für das abgelaufene Quartal präsentieren. Neben den aktuellen Finanzkennzahlen wird der Fokus der Investoren auf konkreten Fortschritten in Südamerika liegen. Bis zum Jahresende ist eine endgültige Investitionsentscheidung für das zentrale Dragon-Gasfeld angesetzt, die den Startschuss für die erweiterte Karibik-Strategie geben wird.
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