Apollo, Blackstone und KKR wollen alle dasselbe: einen Anteil an Shells wichtigstem kanadischen Flüssiggas-Projekt. Das Rennen um LNG Canada ist in die entscheidende Phase eingetreten.
Reuters berichtet, dass die drei US-Finanzriesen die verbliebenen Bieter in einem Auktionsprozess sind, den Shell mit Unterstützung von Rothschild & Co. organisiert. Ein Abschluss könnte Shell bis zu 15 Milliarden Dollar einbringen. Shell hält derzeit 40 Prozent an LNG Canada und könnte bis zu drei Viertel davon verkaufen — rund 30 Prozent des Gesamtprojekts.
Kapitalrecycling als Strategie
Das Timing ist kein Zufall. Nur wenige Tage zuvor kündigte Shell die Übernahme des kanadischen Gasproduzenten ARC Resources für 16,4 Milliarden Dollar an. Das Muster dahinter: Shell kauft Upstream-Gasförderung und monetarisiert gleichzeitig die Downstream-Infrastruktur.
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CEO Wael Sawan formulierte es diplomatisch. Er sei „sehr komfortabel“ mit dem 40-Prozent-Anteil und nicht „zwingend auf eine Reduzierung“ aus — wolle aber Kapital aus Bereichen freisetzen, wo Shell nicht der natürliche Eigentümer sei. Die Botschaft: Der Verkauf ist kein Rückzug, sondern Portfoliopflege.
Alle drei Bieter setzen dabei auf ihre Versicherungstöchter. Apollo nutzt Athene, Blackstone seine Kredit- und Versicherungssparte, KKR die Tochter Global Atlantic. Langfristige, stabile Cashflows aus LNG-Infrastruktur passen gut in Versicherungsportfolios.
Warum LNG Canada gerade jetzt so begehrt ist
Das Projekt ist strategisch einzigartig. LNG Canada ist die erste große Exportanlage Nordamerikas mit direktem Pazifikzugang. Schiffe brauchen von dort deutlich weniger Zeit nach Asien als von der US-Golfküste.
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Der geopolitische Kontext verstärkt die Attraktivität. Katarische LNG-Exporte sind zuletzt um 6,9 Millionen Tonnen eingebrochen — Folge von Schäden durch den US-Iran-Krieg und gesperrten Transportrouten. Die USA und Kanada füllen die Lücke. Die erste Ausbauphase von LNG Canada hat eine Kapazität von 14 Millionen Tonnen pro Jahr. Mit Phase 2 soll sie auf 28 Millionen Tonnen steigen.
Quartalszahlen und Aktienrückkauf im Blick
Shell läuft parallel auf mehreren Spuren. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über 3,5 Milliarden Dollar nähert sich dem Ende — der Abschluss war vor den Q1-Zahlen geplant, die Shell am 7. Mai 2026 veröffentlicht. Für das erste Quartal signalisiert Shell bereits positive Impulse: Das Marketing-Ergebnis soll deutlich über dem Vorjahresquartal liegen.
Die Aktie notiert aktuell bei 38,26 Euro und hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 35 Prozent zugelegt. Mit einem RSI von knapp 77 ist die Aktie technisch überkauft — das spiegelt die Erwartungen wider, die sich rund um den LNG-Deal aufgebaut haben. Ob der Verkaufsprozess bis zur Ergebnispräsentation am 7. Mai konkrete Formen annimmt, dürfte die Kursdiskussion in den nächsten Tagen dominieren.
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