Siemens will mehr sein als ein Industriekonzern mit starken Sparten. Vorstandschef Roland Busch treibt den Umbau zur „One Tech Company“ voran. Der Kern: Software, Automatisierung und KI sollen enger zusammenarbeiten und dauerhaft zweistelliges Wachstum liefern.
Siemens gibt sich ein neues Betriebssystem
Busch sprach am 21. und 22. Mai mit Arbeitnehmervertretern und dem Wirtschaftsausschuss über den nächsten Schritt. Die Struktur mit Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility bleibt erhalten. Der Konzern will die Bereiche aber stärker verbinden.
Das Ziel klingt intern groß: Siemens soll ein „neues Betriebssystem“ bekommen. Gemeint ist keine reine Organisationsreform. Siemens will Hardware, Software und Vertrieb so bündeln, dass Kunden schneller zu integrierten Lösungen kommen.
Der Konzern reagiert damit auf ein Problem vieler Industriekunden. Fertigung wird komplexer. Wer Maschinen, Daten, Simulation und Steuerung aus einer Hand verknüpft, kann sich im Markt klarer absetzen.
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KI-Agenten sollen Engineering beschleunigen
Auf der Simcenter Technology Conference in Seoul zeigte Siemens, wohin die Reise gehen soll. Es war das erste große Technologie-Event nach der Integration von Altair. Im Mittelpunkt stand der „Eigen-Engineering-Agent“.
Rainer Brehm, CTO von Siemens Digital Industries, skizzierte dort das Ziel einer KI-gestützten autonomen Fabrik. Der Agent soll Engineering-Aufgaben zunehmend von Anfang bis Ende übernehmen. Siemens kombiniert dafür industrielle KI mit physikbasierten Simulationen.
Das ist mehr als ein Technikdetail. Kürzere Validierungszeiten können Kunden helfen, Produkte schneller zu entwickeln. Für Siemens zählt dabei vor allem der Hebel im Softwaregeschäft. Dort liegen oft höhere Margen als im klassischen Hardwaregeschäft.
Börse honoriert den Kurs
Die Aktie spiegelt diesen Rückenwind wider: Am Donnerstag schloss sie bei 267,50 Euro und lag nur 1,73 Prozent unter dem jüngsten Jahreshoch. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 11,04 Prozent.
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Die Basis für den Umbau ist solide. Siemens verweist auf einen Rekord-Auftragsbestand von 124 Milliarden Euro. Das gibt dem Konzern Sichtbarkeit für künftige Umsätze, auch wenn Währungen und Geopolitik weiter drücken können.
Kapital setzt das Management ebenfalls gezielt ein. Das laufende Aktienrückkaufprogramm umfasst bis zu 6 Milliarden Euro. Bis Mitte Mai hat Siemens bereits größere Tranchen umgesetzt.
Analysten sehen die stärkere Ausrichtung auf Software und KI-Dienste positiv. Die Integration von Altair und Dotmatics soll die Position in industrieller Software stärken. Genau dort will Siemens weniger zyklisch und profitabler wachsen.
Der nächste Prüfstein liegt in der Umsetzung. Wenn Siemens die Sparten wirklich enger verzahnt und KI-Lösungen messbar in Kundenprojekte bringt, bekommt die Bewertung mehr Fundament. Der Rekord-Auftragsbestand verschafft dafür Zeit und Spielraum.
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