Siemens baut die Auftragslage im Schienenverkehr weiter aus. Das Bahnunternehmen BeNEX erteilte der Unternehmenstochter Siemens Mobility am Freitag den Zuschlag für 56 Regionalzüge für das bayerische Mainfranken-Netz. Die Auslieferung umfasst 26 vierteilige Desiro High Capacity sowie 30 dreiteilige Einheiten des Typs Mireo. Der fahrplanmäßige Einsatz auf den Strecken zwischen Frankfurt, Würzburg, Nürnberg und Bamberg ist für Ende 2030 vorgesehen.
An der Börse fand der Abschluss zum Wochenausklang Unterstützung. Die Siemens-Aktie ging am Freitag mit einem Plus von 1,3 Prozent bei 280,10 Euro aus dem Handel. Damit notiert das Papier nur rund 3,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 291,55 Euro.
Mehrere Großprojekte in Europa und Asien
Die Vereinbarung mit BeNEX reiht sich in eine Serie substanzieller Abschlüsse der Mobilitätssparte ein. Bereits am Donnerstag schloss Siemens Mobility einen elfjährigen Rahmenvertrag mit dem belgischen Infrastrukturbetreiber Infrabel ab. Dieser Auftrag zur Modernisierung und Wartung des belgischen Betriebsleitsystems beläuft sich auf ein Volumen von rund 215 Millionen Euro.
Nur einen Tag zuvor hatte die Leasinggesellschaft RAILPOOL 100 Lokomotiven des Typs Vectron X bestellt. Bei der Vertragsunterzeichnung wurden 80 Einheiten fest vereinbart. Das Unternehmen wird zudem als Erstkunde für ausgewählte digitale Funktionen der Baureihen Vectron X und Vectron X Dual Mode fungieren.
Parallel dazu unterzeichnete Siemens Mobility am Dienstag einen schlüsselfertigen Vertrag mit VinSpeed für Hochgeschwindigkeitsstrecken in Vietnam. Laut Reuters beläuft sich das potenzielle Volumen für die Verbindungsprojekte auf bis zu eine Milliarde Euro. Dabei übernimmt Siemens Mobility die Fahrzeuglieferung, während VinSpeed den Bau der Gleistrassen verantwortet.
Strategische Initiativen in der Industrieautomation
Neben dem Transportsektor treibt der Münchener Technologiekonzern die industrielle Digitalisierung voran. Am Mittwoch setzten Siemens und der Halbleiterhersteller TSMC ihre Kooperation fort. Die Zusammenarbeit zielt auf KI-gestützte Automatisierung sowie die gemeinsame Entwicklung fortschrittlicher Halbleiterdesigns ab.
Zusätzliche Impulse kommen aus dem Software- und Konsumgüterbereich. Mitte September weitete Procter & Gamble den Einsatz einer KI-gestützten Qualitätsinspektion von Siemens weltweit aus. Das System verringerte nach Unternehmensangaben den Ausschuss je nach Produkt um 10 bis 20 Prozent und beschleunigt neue Installationen im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen deutlich.
Zudem vertiefte Siemens die Partnerschaft mit Salesforce, um industrielle digitale Zwillinge über das hauseigene Teamcenter-System mit autonomen KI-Agenten zu vernetzen. Die Verbindung aus solidem Schienenauftragsbestand und softwarebasierter Industrietechnik untermauert die strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns.
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