Ein möglicher Milliarden-Deal bei der Tochtergesellschaft Siemens Energy sorgt am Dienstag für Rückenwind bei der Siemens-Aktie. Das Papier legte um 2,0 Prozent zu und schloss bei 286,10 Euro. Grund ist ein Bericht von Bloomberg, den auch Börsen-Zeitung und Handelsblatt aufgriffen: Siemens Energy hat demnach Goldman Sachs mit der Prüfung eines möglichen Verkaufs der Dampfturbinen-Sparte „Transformation of Industry“ beauftragt.
Private-Equity-Häuser prüfen Milliardengebot
Die Sparte umfasst laut Handelsblatt Dampfturbinen, Wasserstoffelektrolyseure, Generatoren und Kompressoren, erwirtschaftet einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 15.000 Mitarbeiter. Medienberichten zufolge wird sie mit über 10 Milliarden Euro bewertet.
Als mögliche Interessenten werden die Private-Equity-Firmen CVC Capital Partners, EQT und Bain Capital genannt, ebenso Brookfield und KKR. Der Aufsichtsrat von Siemens Energy soll über die Veräußerung eines Mehrheitsanteils entscheiden.
Für Anleger der Siemens AG ist die Nachricht relevant, weil der Konzern über seine Beteiligung an Siemens Energy indirekt von einer solchen Transaktion profitieren würde.
Ein Verkauf würde Kapital freisetzen und die Fokussierung der Tochter auf ihr Kerngeschäft vorantreiben – ein Effekt, den der Markt am Dienstag mit steigenden Kursen honorierte. Direkte, eigenständige Nachrichten zur Siemens AG lagen zum Handelstag nicht vor, der Kursanstieg speiste sich damit aus dem Umweg über die Tochtergesellschaft.
Operatives Geschäft bleibt solide
Der jüngste Kursschub trifft auf ein Unternehmen, das operativ zuletzt deutlich zugelegt hat. Vor gut einer Woche hatte Siemens seine Guidance für das laufende Geschäftsjahr angehoben, nachdem der Auftragseingang im dritten Quartal um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro gestiegen war.
Der Gewinn des Industriegeschäfts kletterte um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, der Nettogewinn um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Der freie Mittelzufluss legte um 42 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu.
Seither hat die Aktie um 3,7 Prozent zugelegt. Mit dem aktuellen Kursniveau notiert das Papier nur noch 1,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das Anfang August markiert wurde. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 20 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 22 Prozent.
Ausblick
Ob es tatsächlich zu einem Verkauf der Dampfturbinen-Sparte kommt, ist noch offen – der Aufsichtsrat von Siemens Energy muss erst entscheiden, und die genannten Bieter befinden sich Berichten zufolge lediglich in der Prüfphase.
Für die Siemens-Aktie bleibt die Entwicklung dennoch ein Faktor, den Anleger im Blick behalten dürften, zumal sie zeigt, wie eng die Kursentwicklung der Mutter mit strategischen Weichenstellungen bei der Tochter verknüpft ist.
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