Siemens liefert keine laute Wachstumsstory, sondern eine präzisere. Das Kernthema ist Software: planbarer Umsatz, höhere Margen, bessere Sicht auf 2027. Genau dort setzt JPMorgan an und hebt das Kursziel.
JPMorgan setzt auf 2027
JPMorgan bleibt bei „Overweight“ und erhöht das Kursziel für Siemens auf 335 Euro. Zuvor lag es bei 325 Euro. Analyst Phil Buller sieht mehr Gewinndynamik im Geschäftsjahr 2027.
Die Aktie notiert bei 260,25 Euro und liegt heute 0,48 Prozent im Plus. Der Markt preist damit bereits viel Qualität ein.
Auf Sicht von 7 Tagen steht ein Minus von 3,00 Prozent. Der RSI von 81,1 zeigt jedoch ein heiß gelaufenes Chartbild.
Software wird zum Taktgeber
Der Konzernumsatz lag im zweiten Quartal bei 19,756 Mrd. Euro. Organisch stand ein Plus von 6 Prozent. Die Oberfläche wirkt damit stabil, der spannendere Teil liegt tiefer.
Digital Industries lieferte die stärkere Botschaft. Der Auftragseingang stieg um 12 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Der Umsatz legte um 8 Prozent zu.
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Das ist wichtig, weil diese Sparte direkt an Automatisierung, Industrie-Software und digitale Fabriken gekoppelt ist. Genau dort will Siemens höhere Planbarkeit schaffen.
Der Software-Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Das ARR-Wachstum lag bei 11 Prozent. Wiederkehrende Erlöse sind hier der zentrale Punkt.
Sie machen das Geschäft berechenbarer und stärken meist die Margen. Die wiederkehrenden Umsätze erreichten 5,5 Mrd. Euro. Die Ergebnismarge sprang auf 18,5 Prozent.
Für Digital Industries engt Siemens die Umsatzspanne auf 7 bis 10 Prozent ein. Bei der Marge zielt der Konzern auf 17 bis 19 Prozent.
Smart Infrastructure liefert Rückenwind
Noch stärker fiel der Auftragseingang bei Smart Infrastructure aus. Er stieg um 35 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro. Das war ein Quartalsrekord.
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Treiber waren Großaufträge aus Rechenzentren, Halbleitern, Elektrifizierung und Energieinfrastruktur. Damit trifft Siemens mehrere Investitionsthemen, die nicht nur kurzfristig wirken.
Regional zeigte sich ebenfalls Rückenwind. Die Americas wuchsen um 10 Prozent, Asien-Australien um 8 Prozent. Indien ragte mit 21 Prozent heraus.
Die Kehrseite liegt bei den Margen. Die Ergebnismarge im industriellen Geschäft fiel auf 15,4 Prozent nach 16,9 Prozent. Das verwässerte Ergebnis je Aktie sank auf 2,58 Euro.
Siemens hält dennoch am Jahresausblick fest. Der Konzern rechnet weiter mit vergleichbarem Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent.
Beim EPS pre PPA bleibt die Spanne bei 10,70 bis 11,10 Euro. Das signalisiert Zuversicht, obwohl Währungseffekte und Vorjahreseffekte belasten.
Parallel baut Siemens die Xcelerator-Plattform aus. Die Partnerschaft mit Xometry soll Fertigbarkeit, Preise und Beschaffung enger in den digitalen Designprozess einbinden. Dazu kommt eine Minderheitsbeteiligung von rund 50 Mio. US-Dollar.
Der Kurs hält sich nahe am Rekord, obwohl die Margen nachgeben. Der konkrete Prüfpunkt für die Aktie liegt nun im zweiten Halbjahr: Software und Smart Infrastructure müssen die schwächere Industriemarge weiter abfedern.
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