Der Technologiekonzern Siemens setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz im industriellen Einsatz. Am Dienstag vereinbarten das Unternehmen und der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble, eine KI-basierte Qualitätsinspektion weltweit auszurollen. Die Siemens-Aktie ging am Freitag bei 264,50 Euro aus dem Handel, was einem leichten Tagesverlust von 0,7 Prozent entsprach.

Skalierung bei Großkunden und Softwarepartnern

Procter & Gamble baut die Nutzung des Inspektionssystems in seinen weltweiten Fertigungsbetrieben aus. Die Skalierung dieser Technologie markiert einen wichtigen Schritt für Siemens, um KI-Lösungen direkt in der Fertigungslinie großer Industriekunden zu etablieren. Die Qualitätskontrolle läuft dabei automatisiert über digitale Inspektionssysteme ab.

Parallel dazu vertiefte der Konzern am Mittwoch seine Zusammenarbeit mit dem Softwarekonzern Salesforce. Beide Partner wollen den Vertrieb sowie den Kundenservice für Industrieunternehmen neu ausrichten. Der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz soll industrielle Prozesse vom ersten Kundenkontakt bis zur Wartung effizienter miteinander verzahnen.

Initiativen für Werkzeugmaschinen und Bahnverkehr

Neben den Softwarekooperationen stellte Siemens neue Vorhaben für den klassischen Maschinenbau vor. Am Dienstag startete das Unternehmen die Initiative „Meet at the Machine“. Das Programm zielt darauf ab, die Produktivität von computergesteuerten Werkzeugmaschinen mit moderner CNC-Technik zu steigern.

Im Bereich der Kreislaufwirtschaft ging Siemens am 9. September eine Kooperation mit Sparepartsnow ein. Die Vereinbarung soll Kunden einen einfacheren Zugang zu aufgearbeiteten Siemens-Automatisierungsprodukten ermöglichen und so bestehende Anlagen länger im Betrieb halten.

Auch die Mobilitätssparte meldete technologische Fortschritte. Siemens Mobility präsentierte am 8. September unter dem Namen „AutomatedTrain“ ein Konzept für den fahrerlosen Bahnverkehr. Die Technologie demonstriert, wie die Automatisierung auf der Schiene vorangetrieben werden kann.

Fortlaufender Aktienrückkauf über Xetra

Flankiert werden die operativen Projekte von einer kontinuierlichen Rückführung liquider Mittel an die Anteilseigner. Im Rahmen des bestehenden Rückkaufprogramms erwarb Siemens zwischen dem 7. September und dem 13. September insgesamt 334.900 eigene Aktien über das elektronische Handelssystem Xetra.

Seit dem Start des Programms am 1. Juli beläuft sich das gesamte Rückkaufvolumen auf 3.282.990 Anteile. Die stetige Nachfrage nach eigenen Papieren stützt den Börsenwert des Konzerns. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Kursplus von 11 Prozent.