Siemens-Chef Roland Busch stand am Dienstag auf der Tech-Messe CES in Las Vegas gemeinsam mit Nvidia-CEO Jensen Huang auf der Bühne – eine Anerkennung, die dem Münchner Konzern in der Technologieszene neue Strahlkraft verleiht. Doch während internationale Tech-Giganten applaudieren, herrscht in Deutschland noch Skepsis: Viele unterschätzen, was Siemens außer ICE-Zügen eigentlich macht.
Die Antwort lieferte die CES eindrucksvoll. Siemens kündigte eine massive Ausweitung der Partnerschaft mit Nvidia an, um gemeinsam das „Industrial AI Operating System“ zu entwickeln – eine KI-gestützte Plattform, die die gesamte industrielle Wertschöpfungskette revolutionieren soll. Von Design und Engineering über Produktion bis hin zu Lieferketten: Künstliche Intelligenz soll künftig alle Prozesse durchdringen.
Digitaler Zwilling wird Realität
Herzstück der Offensive ist der „Digital Twin Composer“, der ab Mitte 2026 verfügbar sein wird. Die Software verbindet Siemens‘ umfassenden digitalen Zwilling mit Echtzeit-Ingenieurdaten und Nvidia-Simulationen. Unternehmen können damit virtuelle 3D-Modelle ihrer Produkte, Prozesse oder Anlagen erstellen und durch die Zeit navigieren – von Wetteränderungen bis zu technischen Modifikationen lassen sich alle Auswirkungen präzise visualisieren.
PepsiCo nutzt die Technologie bereits und konnte die Durchsatzleistung in ersten US-Werken um 20 Prozent steigern. Bis zu 90 Prozent möglicher Probleme werden erkannt, bevor physische Änderungen vorgenommen werden. Das Ergebnis: 10 bis 15 Prozent geringere Investitionsausgaben durch optimale Kapazitätsnutzung.
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Neun neue KI-Assistenten für die Industrie
Siemens erweitert zudem sein Portfolio an KI-gestützten Copiloten drastisch. Neun neue industrielle Assistenten sollen die gesamte Wertschöpfungskette abdecken – von der Produktdatennavigation über Compliance-Automatisierung bis zur Fertigungsoptimierung. Die Copiloten reduzieren Fehler, beschleunigen Markteinführungen und senken Betriebskosten.
Commonwealth Fusion Systems nutzt Siemens-Technologie, um kommerzielle Fusionsreaktoren zu entwickeln – eine potenzielle Quelle sauberer, unbegrenzter Energie. In der Pharmaforschung ermöglicht die Dotmatics-Plattform von Siemens die Vereinheitlichung von Milliarden Datenpunkten, was die Medikamentenentwicklung um bis zu 50 Prozent beschleunigen könnte.
Weltpremiere: Autonomes Fahren trifft Metaverse
Erstmals präsentierte Siemens auf der CES sein autonomes Fahrerlebnis mit der PAVE360-Technologie. Ein echtes Fahrzeug operiert autonom in einer vollständig virtuellen Umgebung – ein System-Level-Digital-Twin, der die Entwicklung softwaregesteuerter Fahrzeuge massiv beschleunigen soll.
Parallel arbeitet Siemens an der Integration industrieller KI in Meta Ray-Ban AI-Brillen. Werksarbeiter erhalten dadurch audiobasierte Echtzeitanleitung, Sicherheitshinweise und Feedback – komplett freihändig.
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Erste vollständig KI-gesteuerte Fabrik kommt 2026
Besonders ambitioniert: Siemens und Nvidia wollen 2026 die weltweit erste vollständig KI-gesteuerte, adaptive Produktionsstätte realisieren. Als Blaupause dient die Siemens-Elektronikfabrik in Erlangen. Nvidia stellt KI-Infrastruktur, Simulationsbibliotheken und Frameworks bereit, während Siemens Hunderte KI-Experten sowie führende Hard- und Software einbringt.
Die Zusammenarbeit umfasst vier Schwerpunkte: KI-natives EDA-Design, KI-native Simulation, KI-gesteuerte adaptive Fertigung samt Lieferketten sowie KI-Fabriken. Nvidia-NIM und Nemotron-KI-Modelle werden in Siemens‘ EDA-Software integriert, um generative und agentenbasierte Workflows für Halbleiter- und Leiterplattendesign voranzutreiben.
Skepsis der Investoren bleibt
Trotz technologischer Durchbrüche sehen Investoren die „One Tech Company“-Strategie von CEO Busch noch kritisch. Das Handelsblatt attestiert Siemens zwar Weltklasse-Status neben SAP, Telekom und Infineon, fordert aber klarere Kommunikation und schärfere Strategieumsetzung.
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Siemens einen Umsatz von 78,9 Milliarden Euro bei einem Nettogewinn von 10,4 Milliarden Euro. Rund 318.000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für den Konzern. Ob die KI-Offensive die Bewertung nachhaltig antreibt, muss sich 2026 beweisen – die technologische Grundlage dafür ist gelegt.
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