Siemens Energy prüft eine der größten Umstrukturierungen der Unternehmensgeschichte. Die Sparte „Transformation of Industry“ könnte abgespalten oder an die Börse gebracht werden — und Analysten sehen darin Milliardenpotenzial.
Was auf dem Spiel steht
Die Sparte umfasst das Kompressorengeschäft Dresser Rand, Dampfturbinen und Wasserstoff-Elektrolyseure. Sie erwirtschaftet rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt weltweit etwa 17.000 Mitarbeiter. Intern rechnet der Konzern im besten Fall damit, den Umsatz bis 2031 auf 11 Milliarden Euro zu verdoppeln. Das Ergebnis könnte sich gegenüber dem 2025er-Wert von 646 Millionen Euro bis dahin verdreifachen.
Zur Debatte steht ein Verkauf von 60 Prozent der Anteile — entweder per Spin-off oder über einen eigenständigen Börsengang. Siemens Energy bestätigt die laufende Prüfung, betont aber: Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der Betriebsrat soll von den Plänen überrascht worden sein.
Was Analysten dazu sagen
Die Bewertungsspanne ist beachtlich. Die Bank of America taxiert den Wert der Sparte auf rund 12,4 Milliarden Euro. Andere Analysten sehen die Bandbreite zwischen 9,5 und 15 Milliarden Euro. Die Logik dahinter: Eine Ausgliederung würde den Konzern verschlanken und die Bewertungslücke zur Peer-Group schließen.
Ein Wermutstropfen bleibt das Wasserstoff-Geschäft. Es operiert aktuell mit einer negativen Marge von 22 Prozent und zieht die Sparte nach unten. Trotzdem hält die Bank of America an ihrem Kursziel von 250 Euro und einem „Buy“-Rating fest. Die Deutsche Bank Research sieht das Papier ebenfalls als Kauf — mit einem Kursziel von 200 Euro.
Kurs und Kontext
Die Aktie schloss am Freitag bei 168,88 Euro, ein Minus von 0,81 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Plus von über zehn Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 38 Prozent zugelegt — der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 138,34 Euro beträgt damit mehr als 22 Prozent.
Rückenwind kommt auch aus dem operativen Geschäft. Die Windkraft-Tochter Gamesa nähert sich für 2026 dem operativen Breakeven. Ein Milliardenauftrag für eine Windstrom-Plattform in Rostock sorgt für zusätzliche Auftragssicherheit. Der 100-Tage-Durchschnitt bei 161,93 Euro bildet charttechnisch die nächste relevante Unterstützung — mit einem RSI von 55,5 ist die Aktie weder überkauft noch überverkauft.
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