Siemens Energy hat eine starke Woche hinter sich — und konkrete Gründe dafür. Ein Milliarden-Auftrag im Offshore-Bereich trifft auf eine Welle positiver Analystenrevisionen. Das Papier legte in den vergangenen sieben Tagen gut zehn Prozent zu.

Nordsee-Plattform als Wachstumsanker

Der Stromnetzbetreiber 50Hertz beauftragt ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables mit dem Bau einer 2-Gigawatt-Konverterplattform. Das Projekt „North Sea Connector 2″ soll bis Ende 2034 laufen und Offshore-Windstrom aus der Nordsee ins deutsche Festlandnetz einspeisen.

Siemens Energy liefert Transformatoren, Konverter und SF6-freie Schaltanlagen. Die Fertigung findet überwiegend in Deutschland statt — in Rostock, Nürnberg und Berlin. Hinzu kommt ein langfristiger Servicevertrag für Wartung und IT-Infrastruktur der Anlage.

Für den Konzern ist es das erste Mal, dass eine 2-GW-Plattform gemeinsam mit einer deutschen Werft realisiert wird.

Analysten ziehen Kursziele nach oben

Der Auftrag verstärkt, was Analysten ohnehin schon sehen: Das Segment Grid Technologies entwickelt sich zur Ertragsperle des Konzerns. Drei Häuser haben ihre Einschätzungen zuletzt konkretisiert:

  • JP Morgan setzt das Kursziel auf 225,00 € und betont den massiven Investitionsbedarf in Netzinfrastruktur.
  • Deutsche Bank bestätigt „Buy“ mit einem Kursziel von 200,00 €.
  • RBC Capital Markets hält ebenfalls an 200,00 € fest.

Ajay Patel von Goldman Sachs verwies außerdem auf mögliche Portfolio-Bereinigungen. Eine Abspaltung von Teilen der Industriesparte könnte den Bewertungsabschlag gegenüber Wettbewerbern wie GE Vernova verringern.

Charttechnik: Knapp unter der 50-Tage-Linie

Der Schlusskurs am Freitag lag bei 168,88 € — ein Minus von 0,81 Prozent auf Tagesbasis, aber ein Plus von gut 37 Prozent seit Jahresbeginn. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 169,31 € und damit nur knapp über dem aktuellen Kurs. Händler werten ein nachhaltiges Überwinden dieser Marke als Signal für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung des 52-Wochen-Hochs bei 195,54 €.

Der RSI liegt bei 55,5 — neutral, ohne Überhitzungssignal. Der Kurs hat also noch Luft nach oben, ohne technisch überdehnt zu wirken. Ob Grid Technologies als Wachstumstreiber reicht, um die Lücke zum Jahreshoch zu schließen, hängt auch davon ab, wie der Markt eine mögliche Portfoliobereinigung bewertet — ein Thema, das in den kommenden Wochen konkreter werden könnte.