141,76 Euro kostet Siemens Energy am Montag nun, nachdem die Aktie 1,01 % zulegte. Dies gleicht den Verlust von 1,13 % vom Freitag aus, ist aber noch kein richtiger Ausreißer nach oben. Die Verzögerung hat ggf. einen Grund. Anthropic Chef Dario Amodei warnte vor Überinvestitionen in Rechenzentren und davor, dass neu geschaffene Kapazitäten nicht vollständig ausgelastet werden könnten.
KI-Rechenzentrumsausbau einer der Prüfpunkte
Für Siemens Energy ist das relevant, weil der Ausbau von Rechenzentren zusätzlichen Strombedarf erzeugt. Der Konzern liefert Netzinfrastruktur und Gasturbinen und gehört damit zu den Unternehmen, die von höheren Investitionen in Stromerzeugung und Übertragung profitieren können.
Der Zusammenhang ist allerdings nicht linear. Weniger Investitionen in Rechenzentren würden nicht automatisch das gesamte Wachstum von Siemens Energy stoppen. Der Konzern verfügt über einen Auftragsbestand von rund 162 Milliarden Euro, der weit über dieses einzelne Nachfragethema hinausreicht.
Auch die jüngsten Geschäftszahlen liefern eine breitere Grundlage. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um mehr als 18 % auf rund 11,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Sondereffekten erreichte ungefähr 1,6 Milliarden Euro und hat sich damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum etwa verdreifacht.
Bei Siemens Gamesa zeigt sich ebenfalls eine Verbesserung. Die Windkrafttochter schrieb erstmals seit Ende 2022 wieder ein profitables Quartal und erreichte eine Marge von rund 2,7 %. Das Management erwartet für das Gesamtjahr 2026 den Break even.
Jefferies sieht erheblichen Spielraum und hält am Kursziel von 245 Euro fest. Vom genannten Börsenkurs aus entspricht das rechnerisch einem Abstand von rund 75 %. Damit setzt die Analyse nicht nur auf Rechenzentren, sondern auf die Ertragskraft des gesamten Energiegeschäfts.
Die Warnung vor möglichen Überkapazitäten bei Rechenzentren betrifft einen realen Wachstumstreiber. Sie ändert jedoch nichts daran, dass Siemens Energy bereits über 162 Milliarden Euro Auftragsbestand verfügt und im jüngsten Quartal 1,6 Milliarden Euro Gewinn vor Sondereffekten erzielte. Diese beiden Zahlen geben der Bewertung eine breitere Basis als der Boom eines einzelnen Kundensegments. Analysten sehen zudem Kursziele von über 195 Euro.
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