Die Finanzierung des KI-Booms beschäftigt inzwischen auch die Anleger von Siemens Energy. Zweifel an der Wirtschaftlichkeit hoch verschuldeter Rechenzentrumsprojekte haben die Stimmung für Energietechnikwerte belastet. Die DAX-Aktie verlor innerhalb einer Woche mehr als 13 % und fiel auf rund 118 Euro. Zuvor hatte sie am Dienstag noch 0,82 % auf 131,06 Euro gewonnen.
Wachstum ist aktuell in Frage gestellt. Zu Unrecht!
Die Sorgen betreffen einen wichtigen Wachstumsmarkt des Konzerns. Rechenzentren benötigen leistungsfähige Stromversorgung und Netzinfrastruktur. Sollten Betreiber ihre Investitionen wegen hoher Finanzierungskosten zurückfahren, könnte sich das auf künftige Bestellungen auswirken. Barclays-Analyst George Featherstone warnt zudem vor zunehmendem Wettbewerb unter den Ausrüstern, der Preise und Margen belasten könnte.
Bislang lässt sich daraus allerdings keine operative Schwäche von Siemens Energy ableiten. Im jüngsten berichteten Quartal stieg der Umsatz um gut 17 % auf 11,45 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie verbesserte sich von 0,71 auf 1,28 Euro. Nach dem dritten Geschäftsquartal verfügte der Konzern außerdem über einen Rekordauftragsbestand von mehr als 162 Milliarden Euro.
Auch der mögliche Bau zusätzlicher Gaskraftwerke in Deutschland bietet Geschäftschancen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte sich erneut für entsprechende Investitionen ausgesprochen.
Die großen Analysehäuser halten an ihren optimistischen Bewertungen fest. JPMorgan bestätigte sein Kursziel von 245 Euro. BofA Global Research nennt weiterhin 260 Euro und erwartet für 2030 eine EBITDA-Marge von 21 bis 23 %. Die durchschnittlichen Analystenziele liegen bei rund 195 bis 197 Euro.
Am 11. November veröffentlicht Siemens Energy seine Jahreszahlen für 2026 und den Ausblick auf 2027. Erwartet werden außerdem neue Ziele bis 2030. Die Angaben zur künftigen Profitabilität könnten erstmals genauer erkennen lassen, welche Erträge der Konzern aus seinem hohen Auftragsbestand erwartet.
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