Siemens Energy Aktie: AWS-Partnerschaft für Rechenzentren

Siemens Energy verzeichnet Rekordaufträge im Netzgeschäft und hebt Cashflow-Ziel an, während die Windtochter Gamesa weiterhin Verluste schreibt.

Siemens Energy Aktie
Kurz & knapp:
  • Grid Technologies mit Auftragsplus von 29,5 Prozent
  • Free-Cashflow-Ziel auf acht Milliarden Euro verdoppelt
  • Kooperation mit Amazon Web Services ausgebaut
  • Gamesa schrumpft Verlust, bleibt aber defizitär

Starke Aufträge, höhere Cashflow-Ziele, neuer Cloud-Partner: Siemens Energy liefert fast alles, was Wachstumsinvestoren sehen wollen. Die Reaktion am Markt bleibt trotzdem verhalten. Der Grund liegt nicht im Netzgeschäft, sondern bei der Windtochter.

Rechenzentren füllen die Bücher

Siemens Energy baut die Kooperation mit Amazon Web Services aus. AWS wird strategischer Cloud-Anbieter und soll den Konzern bei Daten, KI-Modellen und vernetzter Produktion stützen. Siemens Energy liefert im Gegenzug Umspannwerk-Lösungen für Amazon-Rechenzentren.

Damit rückt ein klarer Wachstumstreiber nach vorn: der Strombedarf der KI-Infrastruktur. Vorstandschef Christian Bruch nennt KI-Rechenzentren als wichtigen Treiber. Rund jede vierte verkaufte Gasturbine geht mittlerweile in die Stromversorgung solcher Anlagen.

Grid Technologies meldete einen Auftragseingang von 17,75 Milliarden Euro. Das lag 29,5 Prozent über dem Vorjahr und über dem Analystenkonsens von 15,6 Milliarden Euro.

Die Sparte ist damit mehr als ein stabiler Kern. Sie wird zum Hebel für den gesamten Konzern, weil Netzanschlüsse und Energieinfrastruktur knapper werden. Grid Technologies selbst legte um 41 Prozent zu.

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Auch unter dem Strich zieht das Geschäft an. Das Nettoergebnis stieg auf 835 Millionen Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie erreichte 0,89 Euro nach 0,50 Euro im Vorjahreszeitraum.

Cashflow-Ziel deutlich angehoben

Der hohe Auftragseingang wirkt direkt auf die Liquidität. Kundenanzahlungen helfen, weil große Energieprojekte oft früh Kapital in den Konzern bringen. Das macht den Ausblick deutlich robuster.

Siemens Energy hebt den erwarteten Free Cashflow vor Steuern auf rund 8 Milliarden Euro an. Bisher lag die Spanne bei 4 bis 5 Milliarden Euro.

Dieser Schritt ist kräftig. Er zeigt, wie stark Grid Technologies derzeit die schwächeren Teile des Konzerns überdeckt. Genau hier liegt aber auch das Risiko.

Gamesa bleibt der Prüfstein

Siemens Gamesa verbessert sich, ist aber noch nicht durch. Der Quartalsverlust schrumpfte auf 46 Millionen Euro. Das Management rechnet dennoch damit, dass die erste Jahreshälfte im Minus bleibt.

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Die Windtochter muss vor allem offshore stärker liefern. Bei Onshore soll die Fertigung bis 2026 auf vier Standorte gebündelt werden. Das Restrukturierungsprogramm läuft, der praktische Beweis steht aus.

An der Börse zeigt sich diese Skepsis. Am Mittwoch notiert die Aktie bei 174,42 Euro und gewinnt 1,60 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 6,07 Prozent.

Trotz der Korrektur bleibt der längerfristige Trend stark. Der Kurs liegt klar über den wichtigen Durchschnittslinien, was die Rally nicht sofort infrage stellt. Die Bewertung verlangt aber operative Disziplin.

Die Eigentümerstruktur verschiebt sich weiter. Siemens AG hält noch 5,54 Prozent der Stimmrechte. Der schrittweise Rückzug der früheren Mutter bleibt damit Teil der Kapitalmarktstory.

Bis 2028 peilt Siemens Energy eine Ergebnismarge vor Sondereffekten von 14 bis 16 Prozent an. Substanz bekommt dieses Ziel, wenn Grid den Rechenzentrumsboom hält und Gamesa die Wende schafft.

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