Mit 131,06 Euro hat Siemens Energy am Dienstag die Marke von 130 Euro zurückerobert. Die Aktie gewann 0,82 % und erholte sich damit von den jüngsten Verlusten. Von den Kurszielen vieler Analysten ist das Papier allerdings weiterhin weit entfernt. Der technische Abwärtstrend bleibt vorerst bestehen, sowohl die 100- als auch die 200-Tage-Linie werden unterschritten, es fehlen jeweils mindestens 10 %. Damit ist die Aktie noch in einer schwierigen Position.

Siemens Energy: Bald kommen die Zahlen

An den Geschäftszahlen allein lässt sich die Kursschwäche kaum festmachen. Im jüngsten berichteten Quartal steigerte Siemens Energy seinen Umsatz um gut 17 % auf 11,45 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 0,71 auf 1,28 Euro. Die Erwartungen an die künftige Ertragskraft sind allerdings noch deutlich höher.

BofA Global Research traut dem Konzern bis 2030 inzwischen eine EBITDA-Marge von 21 bis 23 % zu. Zuvor hatte das Analysehaus mit 19 % gerechnet. Höhere Absatzmengen, bessere Preise und Effizienzsteigerungen sollen die Profitabilität voranbringen. Das Kursziel beließ BofA bei 260 Euro, JPMorgan sieht die Aktie bei 245 Euro. Der Durchschnitt weiterer Analystenschätzungen liegt bei rund 195 bis 197 Euro.

Unterstützung könnte das Geschäft durch den Ausbau der Energieinfrastruktur erhalten. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wirbt erneut für zusätzliche Gaskraftwerke. Auch der steigende Strombedarf von Rechenzentren eröffnet Siemens Energy Absatzmöglichkeiten. Zuletzt belastete allerdings die Schwäche von Aktien aus dem KI-Umfeld die Stimmung.

Ob sich die hohen Gewinnerwartungen rechtfertigen lassen, dürfte schon bald genauer zu beurteilen sein. Am 11. November veröffentlicht Siemens Energy seine Quartalszahlen und den Ausblick auf 2027. Besonders die Aussagen zu Margen, Aufträgen und weiterem Wachstum werden zeigen, wie viel von den langfristigen Erwartungen bereits im laufenden Geschäft sichtbar wird.