Bei 148,70 Euro notierte Siemens Energy am Freitagabend; gegenüber Donnerstag entsprach das einem Minus von 1,36 %. Damit verlor die Aktie in einer Woche rund 2,3 %. Die Aktie kämpft bestenfalls mit der Marke von 150 Euro, was derzeit allenfalls für den Kampf um einen Aufwärtstrend entspricht. Analysten sehen indes noch immer die Chance auf Kurse von 198 Euro.
Abspaltung ist beschlossen
Die entscheidende Frage bei Siemens Energy lautet nach der beschlossenen Abspaltung von Transformation of Industry nicht mehr, ob die Sparte den Konzern verlässt. Im Mittelpunkt steht inzwischen der mögliche Käufer. Goldman Sachs begleitet laut Bloomberg den Prozess, während CVC, EQT, Bain, Brookfield und KKR als potenzielle Finanzinvestoren genannt werden.
Für die Bewertung liefert das Geschäft eine konkrete Größenordnung. Transformation of Industry erzielte 2025 rund 5,7 Mrd. Euro Umsatz bei einer Marge von 11 %. Dampfturbinen und weitere Industrieaktivitäten könnten aus Sicht von Finanzinvestoren als Cashflow-orientierte Geschäfte interessant sein. Die Elektrolyseure eröffnen dagegen eine langfristige Wachstumsoption, obwohl das Elektrolysegeschäft derzeit defizitär ist.
Siemens Energy will eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behalten. Ein externer Einstieg könnte daher frisches Kapital in die ausgegliederte Einheit bringen, ohne dass der Energietechnikkonzern vollständig auf zukünftige Wertsteigerungen verzichten müsste. Für den Kapitalmarkt hängt der finanzielle Effekt wesentlich von der erzielten Bewertung, dem tatsächlichen Kapitalzufluss und dem verbleibenden Anteil ab.
Die Transaktion selbst birgt mehrere offene Punkte. Zwischen Investorensuche und Abschluss liegen Bewertungsverhandlungen, Due-Diligence-Prüfungen und möglicherweise regulatorische Verfahren. Besonders sensibel könnte ein Einstieg ausländischer Finanzinvestoren werden, wenn dadurch Zugriff auf strategisch relevante Turbinentechnologie entsteht. Eine Einigung zu einer niedrigeren Bewertung würde den Kapitalzufluss entsprechend begrenzen.
Auch die Analysten liefern unterschiedliche Bewertungsmarken. JPMorgan hob sein Kursziel auf 245 Euro an und vergibt „Overweight“. Jefferies sieht 215 Euro, Deutsche Bank Research und Bernstein Research jeweils 210 Euro. RBC Research reduzierte am 20. August sein Ziel von 210 auf 200 Euro, beließ die Aktie aber auf „Outperform“.
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