Nach den kräftigen Gewinnen der vergangenen Tage legt Siemens Energy heute eine kleine Pause ein. Um 0,8 % geht es auf 140,66 Euro nach unten. Dabei hatte die Woche für die Aktie mit einem Minus von 8 % am Montag denkbar schwach begonnen. Belastet hatte der große Einfluss des Konkurrenten GE Vernova, nachdem ein Analyst dessen Notierungen nach unten geschätzt hatte. Seither hat Siemens Energy einen erheblichen Teil der Verluste wieder aufgeholt. Die Zahlen des Konzerns bleiben gut.
Allein im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte der Auftragseingang mit 17,9 Milliarden Euro einen neuen Rekord. Die Bestellungen kamen vor allem aus den USA. Der gesamte Auftragsbestand stieg auf 162 Milliarden Euro. Der bereinigte Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 18,5 % auf 11,4 Milliarden Euro.Die jüngste Diskussion über das Tempo des KI-Ausbaus hatte auch Siemens Energy erfasst, weil der Konzern als Ausrüster für den wachsenden Strombedarf von Rechenzentren wahrgenommen wird. Der Rekordauftragseingang kommt jedoch aus einer breiteren Nachfragebasis, insbesondere mit Blick auf das US-Geschäft.
Jahresprognose war angehoben worden
Fortschritte gibt es ausgerechnet in einem Bereich, der Siemens Energy lange belastet hatte. Siemens Gamesa erzielte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Ergebnis. Die Windkrafttochter befindet sich damit auf Kurs, im laufenden Jahr die operative Gewinnschwelle zu erreichen. Nach dem ersten Halbjahr hatte Siemens Energy bereits die Jahresprognose angehoben und bestätigte diese nun. Die bereinigte operative Marge soll am oberen Ende der zuvor festgelegten Spanne liegen. Zu den hohen Auftragseingängen kommt damit die konkrete Verbesserung bei Siemens Gamesa.
Bei der Bewertung des Konzerns spielt außerdem seine eigenständige Stellung eine Rolle. Siemens Energy ist vollständig von der Siemens AG getrennt und tritt als unabhängiges Unternehmen am Kapitalmarkt auf. Die ehemalige Muttergesellschaft hielt laut einer Stimmrechtsmitteilung vom 2. April 2026 noch 5,54 % an Siemens Energy. Größter Einzelaktionär ist der rechtlich eigenständige Siemens Pension-Trust e. V. Auch beim Namen steht eine Änderung an. Voraussichtlich Ende Oktober soll die Einführung der Marke Omterra beginnen. Unter der neuen Bezeichnung sollen künftig Siemens Energy und Siemens Gamesa gebündelt werden. Der Schritt folgt Jahre nach der Trennung von der Siemens AG und betrifft die Außendarstellung des inzwischen eigenständigen Konzerns.
Die Analysten sehen bei der Aktie weiterhin Luft nach oben. Experten aus Bankhäusern halten annähernd 200 Euro für möglich. JPMorgan geht mit einem Kursziel von 245 Euro noch deutlich weiter. Daran ändert sich auch vor dem Wochenende nichts.
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