Am Freitag schloss Siemens Energy an der Börse München mit einem Kurs von 179,26 Euro, was einem Abschlag von 0,74% entspricht. Halb so wild, wird man meinen. In der längerfristigen Betrachtung bleibt die Aktie jedoch mit einem Plus von 50% seit Januar einer der stärksten Werte im Sektor.

Die aktuelle Bewertung liegt damit deutlich über den konservativen Schätzungen vieler Analystenhäuser, die den fairen Wert im Mittel bei 168 Euro ansiedeln. Die tragende Säule dieser Entwicklung ist die fundamentale Verschiebung des Konzernschwerpunkts hin zum hochprofitablen Infrastrukturgeschäft.

Siemens Energy: Sie ist trotzdem noch da!

In der operativen Berichterstattung zum zweiten Quartal sticht der Bereich Grid Technologies hervor, der von der globalen Energiewende profitiert. Die Investition von 95 Millionen Euro am Standort Weiz zur Kapazitätserweiterung auf einer Fläche von 58.000 Quadratmetern sichert Siemens Energy eine führende Position bei der Netzstabilisierung. Der Auftragseingang auf Konzernebene von 17,75 Milliarden Euro unterstreichen die enorme Nachfrage. Für das Geschäftsjahr 2026 strebt das Management einen Nettogewinn von 4 Milliarden Euro an. Besonders die Liquiditätssteuerung zeigt eine enorme Dynamik: Der Free Cashflow wird aktuell auf 8 Milliarden Euro taxiert, was den finanziellen Spielraum für die geplante Kapitalausschüttung von insgesamt 10 Milliarden Euro innerhalb von zwei Jahren massiv erweitert.

Ein entscheidender Punkt für die künftige Kursentwicklung bleibt die Sanierung der Windkraftsparte Siemens Gamesa. Nach einem operativen Verlust von 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum wurde dieser nun auf 44 Millionen Euro reduziert. Das Ziel für das zweite Halbjahr bleibt die Rückkehr in die Gewinnzone.

Die logische Folge für den Gesamtkonzern ist aktuell eine ambitionierte Umsatzprognose mit einem Wachstum von bis zu 16% für das laufende Jahr.