Siemens Energy treibt nach der Abspaltung der Industriesparte nun die nächsten Schritte voran. Der Konzern prüft laut eigenen Angaben mehrere Optionen für eine Kapitalmarkttransaktion des Bereichs, der künftig unter dem Namen Omterra firmiert. Im Raum stehen externe Investoren ebenso wie eine spätere Börsennotierung.
Reuters berichtete, dass der Konzern damit den Großteil seiner Industriesparte verkaufen oder abspalten will, um sich stärker auf das Geschäft mit Versorgungsunternehmen zu konzentrieren. Vorstandschef Christian Bruch hatte die Entscheidung des Aufsichtsrats zur Ausgliederung mit dem Investitionsschwerpunkt auf Stromerzeugung und Stromübertragung begründet, wie das Handelsblatt berichtete.
Die Sparte mit Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft war im Geschäftsjahr 2025 kein Randgeschäft: Sie erwirtschaftete 5,7 Milliarden Euro Umsatz bei einer Gewinnmarge von 11,3 Prozent und beschäftigte 17.000 Mitarbeitende, wie Daten von Morningstar/Dow Jones zeigen.
Kapitalrückführung parallel zum Umbau
Während der Konzernumbau Fahrt aufnimmt, hat Siemens Energy gleichzeitig ein Aktienrückkaufprogramm über rund eine Milliarde Euro abgeschlossen. Insgesamt erwarb das Unternehmen gut 6,4 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 154,63 Euro. Der Vollzug des Programms unterstreicht, dass der Konzern trotz der laufenden Strukturveränderungen finanziellen Spielraum für Kapitalrückführungen an die Aktionäre sieht.
Analysten senken Kursziele, bleiben aber optimistisch
Zwei Analysehäuser passten ihre Kursziele zuletzt nach unten an, ohne von ihrer grundsätzlich positiven Einschätzung abzurücken. RBC Capital Markets senkte das Kursziel von 210 auf 200 Euro und bestätigte die Einstufung Outperform. Jefferies reduzierte sein Ziel von 215 auf 210 Euro und beließ die Einstufung bei Buy. Beide Kurszielsenkungen fallen deutlich, dennoch liegen die Marken weiterhin klar über dem aktuellen Kursniveau.
Die Aktie notiert am Donnerstag bei 145,34 Euro und legt im Tagesverlauf um 1,8 Prozent zu. Damit bleibt das Papier jedoch spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 152,99 Euro, ein Zeichen dafür, dass der jüngste Umbau des Konzerns die Anleger noch nicht vollständig überzeugt hat.
Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 21 Prozent zu Buche, ein Beleg dafür, dass der grundsätzliche Strategiekurs des Managements an den Märkten Rückhalt findet.
Blick nach vorn
Die endgültige Struktur der Kapitalmarkttransaktion für Omterra ist noch offen. Ob der Konzern auf strategische Investoren setzt oder tatsächlich einen eigenständigen Börsengang anstrebt, dürfte sich in den kommenden Monaten klären.
Erste konkrete Anhaltspunkte könnten die für den 11. November angekündigten Ergebnisse zum Geschäftsjahr 2026 liefern, wenn der Konzern turnusgemäß auch zum vierten Quartal Stellung nimmt. Bis dahin bleibt die Frage nach dem endgültigen Zuschnitt des Konzerns der zentrale Faktor für die weitere Kursentwicklung.
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