Siemens Energy baut seine Machtposition im DAX weiter aus. Ein massives Aktienrückkaufprogramm und eine strategische Allianz mit Amazon Web Services treiben den Energietechnikkonzern in ungekannte Höhen. Die Windkrafttochter Gamesa bleibt indes das letzte große Puzzleteil auf dem Weg zur vollständigen Sanierung.

Massive Käufe treiben den Kurs

An der Börse jagt der Konzern von Rekord zu Rekord. Mit einem Schlusskurs von 170,64 Euro am Freitag notiert das Papier nur Haaresbreite unter dem jüngsten Allzeithoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf knapp 39 Prozent.

Den aktuellen Aufwärtstrend befeuert das Management selbst. Bis Ende 2028 kauft Siemens Energy eigene Aktien für bis zu sechs Milliarden Euro zurück. Allein seit Anfang März sammelte das Unternehmen über acht Millionen Papiere am Markt ein. Diese stetige Nachfrage stützt den Kurs spürbar.

KI-Boom füllt die Auftragsbücher

Parallel dazu baut der Energieriese seine strategische Allianz mit Amazon Web Services aus. Siemens Energy liefert komplette Umspannlösungen für neue Rechenzentren. Der explodierende Strombedarf im Bereich der Künstlichen Intelligenz treibt das Geschäft mit Netztechnologien massiv an. Kein Wunder.

Die fundamentale Basis stimmt. Im Auftaktquartal verdreifachte der Konzern seinen Nettogewinn auf 746 Millionen Euro. Ein Rekordbestand von 146 Milliarden Euro füllt aktuell das Orderbuch. Auch die Sorge vor US-Importzöllen schwindet. Dank lokaler Produktionsstandorte rechnet Finanzvorständin Maria Ferraro mit sinkenden Belastungen.

Das Sorgenkind auf Sanierungskurs

Die strukturelle Schwachstelle bleibt die Windkrafttochter Gamesa. Allerdings schrumpfte der Quartalsverlust zuletzt drastisch auf 46 Millionen Euro. Das Management hält strikt an seinem Plan fest. Die Sparte soll noch im laufenden Geschäftsjahr in die Gewinnzone zurückkehren.

Am 12. Mai präsentiert Siemens Energy die Bilanz für das zweite Quartal. Der Markt fokussiert sich dann auf die Fortschritte bei Gamesa und die Margenentwicklung. Erreicht die Windkrafttochter tatsächlich die schwarze Null, winken Aktionären deutlich höhere Ausschüttungen. Marktschätzungen gehen in diesem Szenario von einem Dividendensprung auf 1,70 Euro je Aktie aus.