Siemens Energy liefert starke Quartalszahlen und hebt die Prognose kräftig an. Die Aktie fällt trotzdem. Der Grund liegt nicht im Auftragsbuch, sondern in der hohen Erwartung nach der jüngsten Rallye.
Der Kurs liegt am Dienstag bei 174,18 Euro und verliert 2,12 Prozent. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Plus von 41,84 Prozent zu Buche.
Aufträge laufen stark
Im zweiten Quartal kletterte der Auftragseingang auf 17,75 Milliarden Euro. Das waren rund 29,5 Prozent mehr als vor einem Jahr und klar mehr als der Analystenkonsens von 15,64 Milliarden Euro.
Die Treiber bleiben die Netztechnik und das Gasgeschäft. Beide Bereiche profitieren von Investitionen in Stromnetze, Kraftwerksinfrastruktur und den Umbau der Energiesysteme. Das gibt dem Konzern derzeit eine ungewöhnlich gute Visibilität.
Auch der Cashflow überzeugte. Der Free Cashflow vor Steuern erreichte 1,98 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte er bei 1,39 Milliarden Euro gelegen. Der Auftragsbestand stieg auf 154 Milliarden Euro.
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Prognose steigt deutlich
Die wichtigste Änderung betrifft den Free Cashflow. Siemens Energy erwartet nun rund 8 Milliarden Euro. Bislang lag die Spanne bei 4 bis 5 Milliarden Euro.
Auch beim operativen Ausblick zeigt sich das Management zuversichtlicher. Der Konzern rechnet mit stärkerem vergleichbarem Umsatzwachstum und einer höheren Ergebnismarge vor Sondereffekten. Beim Nettoergebnis kalkuliert Siemens Energy nun mit rund 4 Milliarden Euro.
Außerdem will der Konzern das laufende Aktienrückkaufprogramm um einen Milliardenbetrag ausweiten. Das Volumen läge damit bei bis zu 6 Milliarden Euro bis 2028.
Warum die Aktie nachgibt
Der Kursrückgang hat zwei naheliegende Gründe. Erstens lag der Nettogewinn im Quartal bei 835 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt 911 Millionen Euro erwartet.
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Zweitens hatte die Aktie viel Optimismus vorweggenommen. Nach dem starken Lauf reichten sehr gute Zahlen nicht mehr für einen weiteren Schub. Die Reaktion wirkt daher eher wie Gewinnmitnahme als wie Zweifel am Geschäftsmodell.
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 168 Euro. Damit notiert die Aktie bereits darüber, was die gedämpfte Reaktion erklärt.
Der Schwachpunkt bleibt Siemens Gamesa. Die Windtochter reduzierte den operativen Verlust im zweiten Quartal auf 44 Millionen Euro. Im Vorjahr lag das Minus noch bei 249 Millionen Euro.
Das ist ein Fortschritt, aber noch kein sauberer Turnaround. Besonders der Offshore-Bereich muss die Gewinnschwelle erreichen, damit die höheren Margenziele glaubwürdig bleiben.
Nach dem starken Kursanstieg reicht Wachstum allein nicht mehr. Siemens Energy muss den hohen Cashflow in stabile Margen übersetzen und Gamesa weiter Richtung Gewinnschwelle bringen. Dann hätte die Prognoseanhebung mehr Gewicht als die Gewinnmitnahmen vom Dienstag.
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