Rekordaufträge, angehobene Jahresziele und ein beschleunigtes Rückkaufprogramm — Siemens Energy liefert gerade auf vielen Fronten. Dass die Aktie trotzdem am Dienstag unter Druck geriet, macht den gestrigen Erholungstag umso aufschlussreicher.
Drei Milliarden Euro für Aktienrückkäufe
Siemens Energy weitet das Rückkaufprogramm für das laufende Geschäftsjahr auf bis zu drei Milliarden Euro aus. Ursprünglich waren zwei Milliarden vorgesehen. Den Ausschlag gibt der starke Cashflow des ersten Halbjahres.
Bereits rund 1,8 Milliarden Euro hat der Konzern im Rahmen des bestehenden Programms zurückgekauft. Rechnet man die im März ausgezahlte Dividende von 0,6 Milliarden Euro hinzu, fließen Aktionären insgesamt 3,6 Milliarden Euro zu. Das Gesamtprogramm läuft bis 2028 und sieht bis zu sechs Milliarden Euro vor — die beschleunigte Umsetzung zeigt, dass Liquidität schneller verfügbar ist als geplant.
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Rekordaufträge treiben Zahlen
Die operative Basis ist stark. Im zweiten Geschäftsquartal meldete Siemens Energy Aufträge von 17,7 Milliarden Euro — ein Anstieg von knapp 30 Prozent auf vergleichbarer Basis. Der Umsatz kletterte auf 10,3 Milliarden Euro, der Gewinn vor Sonderposten auf 1,16 Milliarden Euro.
Besonders die Gas-Services-Sparte stach hervor: 8,9 Milliarden Euro Auftragseingang — historischer Höchstwert. Grid Technologies legte um 42 Prozent auf sieben Milliarden Euro zu. Als Wachstumsmotor nennt das Unternehmen die USA, wo Rechenzentren und der Ausbau der Strominfrastruktur die Nachfrage nach Gasturbinen treiben.
Für das Gesamtjahr erwartet Siemens Energy nun ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent. Die Gewinnmarge vor Sonderposten soll zwischen 10 und 12 Prozent liegen, das Nettoergebnis rund vier Milliarden Euro erreichen.
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Analysten uneins über Bewertung
Die Zahlen lösten eine Welle von Kurszielerhöhungen aus. JPMorgan hob das Ziel auf 225 Euro an und bekräftigte „Overweight“. Goldman Sachs folgte mit einem Ziel von 212 Euro. Deutsche Bank Research und Berenberg landeten bei jeweils 200 Euro.
Skeptiker gibt es trotzdem. Barclays erhöhte zwar auf 110 Euro, blieb aber bei „Equal Weight“ — der Kurs diskontiere bereits einen außergewöhnlich starken Zyklus. mwb research hält an „Sell“ mit einem Ziel von 100 Euro fest. Die Spanne zwischen den extremen Einschätzungen ist bemerkenswert.
Die Aktie schloss gestern bei 177,94 Euro und liegt damit rund 45 Prozent im Plus seit Jahresbeginn. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 188 Euro trennen den Titel noch gut fünf Prozent — ob die nächsten Quartalsdaten diese Lücke schließen, wird auch davon abhängen, ob das US-Geschäft das hohe Tempo hält.
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