Strom gegen Cloud — so lässt sich die neue Partnerschaft zwischen Siemens Energy und Amazon Web Services auf den Punkt bringen. Das Abkommen ist bewusst als Gegengeschäft konstruiert und gibt dem Konzern eine strategische Erzählung, die zwei der derzeit stärksten Wachstumsthemen miteinander verknüpft.
Energie gegen Rechenpower
Die Vereinbarung funktioniert in beide Richtungen. Siemens Energy nutzt AWS-Dienste — darunter Amazon Bedrock für generative KI und AWS IoT SiteWise für industrielle Datenerfassung — zur Modernisierung von Fertigung, Lieferkette und Anlagenmanagement. Im Gegenzug liefert der Konzern die physische Infrastruktur: schlüsselfertige Umspannwerklösungen, die Amazon-Rechenzentren ans Stromnetz anbinden, sowie Konzepte für Microgrids und Notstromversorgung im Gigawatt-Maßstab.
Rechenzentrumsbetreiber brauchen zuverlässige, skalierbare Stromversorgung — und Siemens Energy positioniert sich als Schlüssellieferant genau dieser Infrastruktur. Die Partnerschaft baut dabei auf einer bereits bestehenden IoT-Plattform auf, die auf AWS läuft.
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Rekordauftragsbestand und britisches Milliardenprojekt
Das operative Fundament stimmt. Im ersten Quartal kletterte der Nettogewinn auf 746 Millionen Euro — fast das Dreifache des Vorjahreswertes. Der Auftragsbestand erreichte mit 146 Milliarden Euro einen neuen Rekord, Neuaufträge legten um 33 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro zu. Gasturbinen-Kapazitäten sind bis 2028 vollständig ausgebucht, erste Buchungen für 2030 liegen bereits vor.
Ergänzend sicherte sich der Konzern den Auftrag für das britische Hochspannungsprojekt Eastern Green Link 4: eine 530 Kilometer lange Gleichstrom-Unterwasserverbindung zwischen Schottland und England im Wert von 3 Milliarden Pfund. Baubeginn ist 2028, Fertigstellung für 2033 geplant.
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Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm: Allein zwischen März und Anfang April wurden über 7,3 Millionen Aktien zurückgekauft. Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 sollen Aktien im Gesamtwert von bis zu 6 Milliarden Euro eingezogen werden.
Gamesa bleibt das offene Kapitel
Trotz der positiven Signale auf breiter Front bleibt Siemens Gamesa das zentrale Risiko. Der Quartalsverlust der Windkrafttochter schrumpfte zwar deutlich von 374 Millionen auf 46 Millionen Euro — im laufenden Halbjahr wird die Sparte aber noch ein negatives Ergebnis ausweisen. Die Profitabilitätswende ist das erklärte Ziel, die Gewinnschwelle noch nicht erreicht.
Am 12. Mai legt Siemens Energy den vollständigen Halbjahresbericht vor. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von 3,96 Euro sowie eine Dividende von 1,69 Euro — der Gamesa-Fortschritt und die Free-Cashflow-Entwicklung dürften dabei die entscheidenden Messlatte sein.
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