Bedrückend stellt sich die Siemens Energy aktuell dar. Gestern ging es weiter abwärts um 5,57 %. Die Aktie fiel sogar unter die Marke von 113 Euro. Damit ist sie im ganzen Jahr nun bei -5,9 %. Statistisch ist dies ein klarer Abwärtstrend.

Hintergrund ist einzig die KI-Industrie. Die schwächelt enorm an den Börsen, weil die Angst besteht, die neue US-Politik könnte jetzt regulieren und damit das Wachstum im KI-Segment reduzieren. Siemens Energy profitiert von den KI-Rechenzentren, insofern ist dies eine Reaktion auf den Markt.

Dennoch gab es zuletzt Stimmen, die etwas ganz anderes erwarten. Die Bank of America hält im Geschäft mit Energietechnik langfristig deutlich höhere Gewinnspannen für erreichbar als bislang angenommen. Bis 2030 traut das Analysehaus dem Münchner Konzern eine EBITDA-Marge von 21 bis 23 % zu. Zuvor hatten die Experten mit 19 % gerechnet. Steigende Absatzmengen, bessere Verkaufspreise und zusätzliche Effizienzgewinne sollen die Profitabilität verbessern.

Gas- und Netzgeschäft könnten helfen

Zuletzt verwies die BofA auf günstige Entwicklungen im Gas- und Netzgeschäft. Besonders bei Gasturbinen erwarten die Analysten eine anhaltend hohe Nachfrage bis 2027. Auch langfristige Serviceverträge könnten zusätzliche Erträge liefern. Die Geschäftszahlen der Wettbewerber liefern allerdings noch keinen unmittelbaren Nachweis für entsprechende Verbesserungen bei Siemens Energy.

Die bisherigen Ergebnisse des Unternehmens zeigen bereits ein kräftiges Wachstum. Im jüngsten berichteten Quartal erhöhte sich der Umsatz um gut 17 % auf 11,45 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie stieg gleichzeitig von 0,71 auf 1,28 Euro. Damit entwickelte sich das Ergebnis deutlich stärker als der Erlös. Die weitere Profitabilität hängt unter anderem davon ab, wie sich neue Bestellungen, Produktionskosten und Verkaufspreise entwickeln.

Am 11.11. kommen die nächsten Zahlen. Die Börse dürfte sich geirrt haben, meinen die Analysten noch immer. Die sehen Kursziele von immerhin über 190 Euro. Aus guten Gründen!