Die Aktionäre von Siemens Energy erlebten am Donnerstag ein echtes Kursfeuerwerk. Die Papiere des Energietechnikkonzerns legten eine dynamische Rally aufs Parkett, kletterten zeitweise um mehr als sieben Prozent nach oben und meisterten dabei eine wichtige charttechnische Hürde: den Sprung über die vielbeachtete 50-Tage-Linie. Damit setzt der DAX-Titel seine jüngste Erholungsbewegung mit Nachdruck fort. Angetrieben wird die Aufwärtsbewegung gleich von mehreren starken Katalysatoren.

Der KI-Boom als mächtiger Stromfresser

Ein wesentlicher Treiber ist der anhaltende Boom rund um die Künstliche Intelligenz. Die Tech-Riesen in den USA eilten zuletzt von Rekord zu Rekord, und davon profitiert Siemens Energy massiv auf indirektem Weg. Der Aufbau gigantischer Rechenzentren verschlingt Unmengen an elektrischer Energie. Gefragt sind daher modernste Strominfrastrukturen, leistungsfähige Netze und eine absolut krisenfeste Energieversorgung. Genau in diesen Bereichen ist der Münchner Konzern hervorragend positioniert und kann die steigende globale Nachfrage optimal bedienen.

Spekulationen um eine Mega-Abspaltung

Für zusätzlichen Zündstoff auf dem Parkett sorgt ein aktueller Medienbericht des Manager Magazins. Demnach prüft die Konzernleitung eine tiefgreifende Restrukturierung in Form einer echten Mega-Abspaltung. Konkret stehe das Geschäft mit Kompressoren und Dampfturbinen im Fokus. Ziel dieser Maßnahme wäre es, die Konzernmargen deutlich nach oben zu schrauben und frischen Mehrwert für die Anteilseigner zu schaffen. Während sich das Unternehmen selbst zu den Gerüchten bedeckt hielt und lediglich allgemein von einer fortlaufenden Überprüfung der optimalen Aufstellung sprach, signalisiert der Markt bereits breite Zustimmung.

Analysten sehen reichlich Luft nach oben

Experten wie Ajay Patel von Goldman Sachs halten das Szenario einer Abspaltung für absolut plausibel, da es sich nahtlos in die jüngst präsentierte Strategie des Managements einfügen würde. Trotz des starken Laufs der Aktie – die Kursbilanz weist im laufenden Jahr bereits ein sattes Plus von über 40 Prozent aus – sieht die US-Investmentbank weiterhin erhebliches Potenzial. Ein Grund dafür ist der deutliche Bewertungsabschlag gegenüber dem amerikanischen Konkurrenten GE Vernova.