Die Entflechtung zwischen Siemens Energy und der früheren Konzernmutter erreicht einen weiteren Meilenstein. Am Donnerstag sank der Anteil der Siemens AG an dem Energietechnikkonzern unter die Schwelle von fünf Prozent. Damit verliert das Münchener Industrieunternehmen zugleich den gesellschaftsvertraglichen Anspruch auf einen festen Sitz im Aufsichtsrat von Siemens Energy.

Im vorbörslichen Handel notiert das Papier von Siemens Energy am Montagmorgen bei 141,42 Euro, was einem Minus von 1,8 Prozent entspricht. Seit dem Jahresanfang verzeichnet die Aktie dennoch ein Plus von 17 Prozent.

Historischer Einschnitt in der Aktionärsstruktur

Der Rückzug der Siemens AG markiert einen formellen Schlusspunkt unter die jahrelange Trennung der beiden Unternehmen. Seit der Abspaltung im Jahr 2020 verringerte die ehemalige Muttergesellschaft ihre Beteiligung kontinuierlich. Mit dem Unterschreiten der Fünf-Prozent-Marke endet nun auch die direkte Präsenz des früheren Mutterkonzerns im Kontrollgremium. Größter Einzelaktionär bleibt der rechtlich eigenständige Siemens Pension-Trust e. V.

Operativer Umbau und Portfoliobereinigung

Parallel zur Veränderung der Eigentümerstruktur treibt das Management die Neuausrichtung des operativen Portfolios voran. Der milliardenschwere Bereich umfasst unter anderem das Geschäft mit Dampfturbinen sowie Aktivitäten rund um die Wasserstofftechnologie.

Zugleich meldet das Windkraftgeschäft operative Fortschritte. Der Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 befindet sich seit Ende August im vollständigen kommerziellen Betrieb. Die Anlage verfügt über eine Gesamtkapazität von 913 Megawatt und wird mit 83 Turbinen der Baureihe SG 11.0-200 DD von Siemens Gamesa betrieben. Das Projekt zählt zu den wesentlichen Schritten beim Hochlauf großformatiger Offshore-Vorhaben.

Geplanter Markenwechsel spart Millionensummen

Die operative Trennung soll sich künftig auch im Außenauftritt niederschlagen. Siemens Energy plant den Wechsel des Markennamens zu Omterra, der schrittweise umgesetzt werden soll. Damit entfallen ab Ende 2026 die jährlichen Zahlungen für die Nutzung der angestammten Marke.

Im Geschäftsjahr 2024/25 summierten sich diese Lizenzgebühren an die ehemalige Muttergesellschaft noch auf rund 300 Millionen Euro. Der Wegfall dieser Kostenbelastung soll die Margenentwicklung mittelfristig stützen.