Siemens Healthineers tritt am Dienstag in New York vor Investoren. Der Zeitpunkt ist heikel. Die Aktie liegt nach schwachen Quartalssignalen nahe ihrem Jahrestief, während der Konzern seine Struktur umbaut und teure Finanzierungsfragen klären muss.
Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 33,59 Euro. Damit notiert die Aktie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief und seit Jahresanfang rund 24 Prozent im Minus.
Diagnostik bremst den Konzern
Der zweite Geschäftsquartalsbericht hat die Schwachstelle klar gezeigt. Siemens Healthineers erzielte 5,7 Milliarden Euro Umsatz, das vergleichbare Wachstum lag bei 3,1 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank auf 0,53 Euro.
Das Problem sitzt vor allem in der Diagnostik. Dort schrumpfte der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 6,5 Prozent auf 985 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge fiel auf 0,9 Prozent.
China belastete die Sparte besonders stark. Das Management verweist auf strukturelle Marktveränderungen. Die Folge: Siemens Healthineers hat einen formalen Prozess zur Abspaltung des Diagnostics-Geschäfts eingeleitet.
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Auch der Ausblick wurde vorsichtiger. Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzwachstum von 4,5 bis 5 Prozent. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie liegt die Zielspanne bei 2,20 bis 2,30 Euro.
Kerngeschäft bleibt der Stabilitätsanker
Abseits der Diagnostik sieht das Bild besser aus. Imaging wuchs um 6,1 Prozent und übertraf damit die Markterwartungen. Precision Therapy legte um 4,7 Prozent zu.
Varian bleibt ebenfalls ein wichtiger Baustein. Die Krebsbehandlungseinheit steigerte den Umsatz um 7,5 Prozent. Genau dieser Kern soll künftig stärker im Mittelpunkt stehen.
Mittelfristig peilt Siemens Healthineers im Verbund aus Imaging und Precision Therapy ein jährliches Wachstum von 6 bis 9 Prozent an. Für Diagnostics stellt das Management höhere Margen in Aussicht. Erst muss die Sparte aber operativ wieder Tritt fassen.
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Spin-off erhöht den Druck
Parallel plant Siemens den nächsten Schritt beim eigenen Anteil. Der Konzern will 30 Prozent der Siemens-Healthineers-Aktien an seine Aktionäre übertragen. Die Abstimmungen auf den Hauptversammlungen sind für Anfang 2027 geplant.
Reuters zufolge will Siemens seine Beteiligung mittelfristig auf unter 20 Prozent senken. Das würde Siemens Healthineers mehr Eigenständigkeit geben. Es macht die Finanzierung aber wichtiger.
Bis zu 13,9 Milliarden Euro an Krediten müssen neu refinanziert werden, weil Siemens diese bisher garantiert hat. Barclays schätzt die zusätzlichen Zinsaufwendungen im laufenden Geschäftsjahr auf 74 Millionen Euro. Das A3-Rating von Moody’s mit stabilem Ausblick hilft, nimmt aber nicht alle Unsicherheit.
Hinzu kommen höhere Zollkosten. Sie sollen nach Gegenmaßnahmen von rund 200 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 auf etwa 400 Millionen Euro steigen. Das Management will diese Belastung bis 2028 vollständig ausgleichen.
Am 19. Mai dürfte es daher weniger um große Visionen gehen. Investoren wollen klare Aussagen zu Diagnostics, Refinanzierung und Zöllen hören. Genau dort entscheidet sich, ob der Markt dem Umbau wieder mehr Vertrauen gibt.
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